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09.01.2003

09:49 Uhr

Arbeitslosenquote steigt über 10 Prozent

Schwache Konjunktur treibt Arbeitslosenzahl hoch

Die schwache Konjunktur hat die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland im Dezember wie erwartet deutlich steigen lassen. Wie die Bundesanstalt für Arbeit (BA) am Donnerstag in Nürnberg mitteilte, waren im zurückliegenden Monat bundesweit 4,225 Mill. Erwerbslose registriert. Dies waren knapp 200 000 Arbeitslose mehr als im November.

Foto: dpa

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Reuters NÜRNBERG. Damit wurde der höchste Dezember-Stand seit 1997 erreicht. Die Arbeitslosenquote kletterte über die Zehn-Prozent-Marke auf 10,1 %. Auch bereinigt um jahreszeitliche Einflüsse stieg die Arbeitslosenzahl weiter. Den Anstieg führte BA-Chef Florian Gerster unter anderem auf die schwache Konjunktur und besonders auf die schwache Binnennachfrage zurück. Gerster sagte, Ziel sei es, in diesem Jahr unter der Vier-Millionen-Marke zu bleiben. Im Jahresdurchschnitt 2002 waren 4,060 Menschen ohne Arbeit. Eine Besserung am Arbeitsmarkt erwartet Gerster in der zweiten Hälfte diesen Jahres.

Die BA brauche für 2002 einen Bundeszuschuss von 5,6 Mrd. ?, sagte Gerster weiter. Das sind 600 Mill. ? mehr als die Bundesregierung zuletzt eingeplant hatte. 2003 wolle man ohne Zuschuss auskommen, was aber nur bei einem Wirtschaftswachstum von mindestens 1,5 % möglich sei. Zahlreiche Experten sowie die EU-Kommission halten diese Schätzung jedoch für sehr optimistisch.

Auch saisonbereinigt stieg die Arbeitslosigkeit deutlich um rund 28 000 Erwerbslose auf 4,197 Mill. an. Dies entspricht der Größenordnung, die von Reuters befragte Banken-Volkswirte im Durchschnitt erwartet hatten. Die saisonbereinigte Zahl spiegelt die Entwicklung am Arbeitsmarkt unter Herausrechnung wieder kehrender jahreszeitlicher Einflüsse wider und gilt als aussagekräftiger als die unbereinigte Zahl. So steigt die unbereinigte Arbeitslosigkeit regelmäßig in den Monaten von November bis Februar, weil im Winter etwa weniger Menschen auf Baustellen arbeiten.

Volkswirte sagten einstimmig, auch sie erwarteten erst mit einer leichten Wirtschaftserholung im zweiten Halbjahr eine Besserung am Arbeitsmarkt. Auch das Hartz-Konzept zur Reform der Arbeitsvermittlung werde sich wohl nicht vor dem zweiten Halbjahr bemerkbar machen, sagte Peter Meister von der ING BHF-Bank. Daniela Etschberger von Dresdner Kleinwort Wasserstein äußerte die Befürchtung, dass der Anstieg der Arbeitslosigkeit eine Verbesserung des ohnehin schwachen privaten Konsums in Deutschland immer unwahrscheinlicher mache.

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