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10.01.2003

14:42 Uhr

Arbeitslosenquote unverändert bei 6 Prozent

Zahl der US-Beschäftigten überraschend gesunken

Die Situation am US-Arbeitsmarkt hat sich im Dezember entgegen der Annahme, dass die US-Firmen wieder mehr Beschäftigte einstellen, überraschend verschlechtert.

Reuters WASHINGTON. Die Unternehmen außerhalb der Landwirtschaft bauten per Saldo 101 000 Arbeitsplätze ab, teilte am Freitag das US-Arbeitsministerium mit. Danach war der Stellenabbau im Dezember der stärkste seit Februar 2002 mit einem Minus von damals 165 000. Im Gesamtjahr 2002 strich die US-Wirtschaft somit netto 181 000 Arbeitsplätze.

Der Dollar fiel in Reaktion auf den Bericht auf ein Drei-Jahres-Tief bei Kursen um 1,056 ?, während die Kurse an den US-Kreditmärkten deutlich anzogen.

Trotz des massiven Stellenabbaus blieb die Arbeitslosenquote mit 6,0 % nach dem an den Finanzmärkten stark beachteten Bericht gegenüber November unverändert. Der drastische Rückgang der Arbeitsplätze im Dezember steht im krassen Gegensatz zu den Erwartungen von Analysten, die mit einem Zuwachs um 22 000 Stellen gerechnet hatten. Das Ministerium revidierte zudem den Stellenabbau im November deutlich auf 88 000 von ursprünglich genannten 40 000 Arbeitsplätzen.

"Der Bericht ist schwächer als erwartet und ich glaube, die einzigen Hinweise auf Stärke darin sind die Arbeits- und Überstunden. Alles andere ist sehr schwach und zudem wurde die Vormonatszahl nach unten revidiert", sagte Asha Bangalore vom Northern Trust in Chicago.

Die schwache Entwicklung könnte nach Einschätzung von Volkswirten die Bemühungen von US-Präsident George W. Bush erschweren, das Vertrauen in die Wirtschaft zu stärken. Bush hatte am Dienstag ein auf zehn Jahre angelegtes Konjunkturprogramm mit einem Volumen von 674 Mrd. Dollar vorgelegt, das die Streichung der Steuern auf Dividenden und schnellere Steuersenkungen vorsieht. Das Programm dürfte jedoch zunächst Gegenstand hitziger Debatten im Kongress werden.

Für den deutlichen Arbeitsplatzabbau im Dezember war nach dem Bericht vor allem der Einzelhandel verantwortlich. Kaufhäuser sowie Spielwaren- und andere Einzelhändler hätten angesichts des enttäuschenden Geschäfts in der für diese Branche entscheidenden Vorweihnachtszeit saisonbereinigt 104 000 Stellen gestrichen. Zudem seien auch im schwächelnden Verarbeitenden Gewerbe 65 000 Arbeitsplätze verloren gegangen. Die Neueinstellungen bei US-Regierungsbehörden und in einigen Zweigen des Dienstleistungssektors hätten den Stellenabbau nur zum Teil ausgeglichen.

Die durchschnittliche Arbeitswoche nahm auf 34,1 Stunden von 34,2 Stunden im November ab. Dagegen stiegen die durchschnittlichen Stundenlöhne der US-Arbeiter zugleich um 0,3 % auf 14,98 von 14,93 Dollar im Vormonat.

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