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04.04.2003

06:00 Uhr

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Arbeitsschutz

Viele Vorschriften zum Arbeitsschutz belasten den Arbeitgeber. In manchen Branchen gibt es Schulungsprogramme, die helfen sollen. In anderen Branchen wird der Arbeitgeber mit seiner Belastung alleine gelassen.

DAS PROBLEM: Der Arbeitsschutz ist einer der am stärksten reglementierten Bereiche in den Unternehmen. Die Vielzahl der Vorschriften lässt sich selbst in Großbetrieben kaum noch übersehen. Eigene Stäbe und operative Einheiten sind dafür notwendig. Vor allem Kleinbetriebe sind dabei vielfach völlig überfordert. Ein Beispiel dafür ist die Verpflichtung eines jeden Arbeitgebers, Betriebsärzte und Sicherheitsfachkräfte zu bestellen, die ihn bei Fragen der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes im Betrieb unterstützen sollen. Nach dem Gesetz gilt dies für jedes Unternehmen, bis hin zu Kleinstbetrieben mit nur einem Arbeitnehmer. Grundsätzlich spielt dabei auch keine Rolle, wie hoch das Gefährdungspotential in dem jeweiligen Betrieb ist. Betriebsärzte und Sicherheitsfachkräfte führen nicht den Arbeitsschutz im Betrieb durch, sie beraten und unterstützen den Arbeitgeber, der selbst für den Arbeitsschutz zuständig und verantwortlich bleibt. Die Berufsgenossenschaften haben in ihren Unfallverhütungsvorschriften die Anforderungen zwar branchenspezifisch konkretisiert. Umsetzen muss diese Empfehlungen aber immer noch der Arbeitgeber selbst. In einigen Branchen gibt es immerhin das so genannte Unternehmermodell - spezielle Schulungsprogramme, die den Arbeitgeber in die Lage versetzen sollen, den Arbeitsschutz im Regelfall auch ohne fremde Hilfe zu gewährleisten. Aber in vielen Branchen bleiben die Unternehmen mit ihrer Belastung alleine.

DIE PRAXIS: "Ich bin Inhaber eines Maschinenbau-Betriebes. Obwohl ich nur 13 Mitarbeiter habe, muss ich nach den geltenden Arbeitsschutzvorschriften einen Betriebsarzt und eine Fachkraft für Arbeitssicherheit bestellen. Das ist Unsinn. Denn für diese 13 Arbeitnehmer benötige ich nur sehr selten, in manchen Jahren gar keine betriebsärztliche Betreuung. In meinem Betrieb besteht auch kein erhöhtes Verletzungs- oder Gesundheitsrisiko, das eine erhöhte Betreuung oder Beratung nötig machen würde. Und daran wird sich sicher auch nichts ändern. Insofern macht es auch keinen Sinn, regelmäßig eine betriebsärztliche und sicherheitstechnische Beratung durchzuführen."

PETER VÖLP ist Geschäftsführer der Völp GmbH in Vilbel

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