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29.05.2000

19:49 Uhr

ap JERUSALEM. Der frühere israelische Ministerpräsident und Friedensnobelpreisträger Schimon Peres ist am Montag von der regierenden Arbeitspartei als Kandidat für die Nachfolge von Präsident Eser Weizman nominiert worden, der wegen einer Spendenaffäre vorzeitig aus dem Amt scheidet. Der neue Präsident wird am 31. Juli vom Parlament in geheimer Abstimmung gewählt. Gegen den 76-jährigen Peres tritt der frühere Kabinettsminister Mosche Katsav vom konservativen Likudblock an.

Peres hatte Anfang der neunziger Jahre als damaliger Außenminister maßgeblich den Friedensprozess mit den Palästinensern vorangetrieben und wurde 1994 zusammen mit dem später ermordeten israelischen Ministerpräsidenten Jizchak Rabin und PLO-Chef Jassir Arafat mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Im Ausland hoch geschätzt, wurde Peres in Israel vorgeworfen, gegen die Palästinenser allzu nachgiebig zu sein.

Peres, der im Kabinett von Regierungschef Ehud Barak Minister für regionale Zusammenarbeit ist, kündigte am Montag für den Fall seiner Wahl an, die tiefen religiösen und ethnischen Gräben in der israelischen Bevölkerung überbrücken zu wollen. Trotz des weitgehend repräsentativen Charakters des Präsidentenamtes werde er sich aber auch weiterhin in die Tagespolitik, vor allem in die Diplomatie, einschalten.

Weizman war wegen einer Spendenaffäre in die öffentliche Kritik geraten. Generalstaatsanwalt Eljakim Rubinstein hatte in der vergangenen Woche die Ermittlungen gegen Weizman wegen Verjährung und Mangel an Beweisen eingestellt, zugleich aber scharf kritisiert, dass Weizman Geschenke eines französischen Geschäftsmannes im Wert von Hunderttausenden Dollar angenommen habe.

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