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17.02.2002

08:51 Uhr

ARD und ZDF im Olympia-Rausch - 14 Millionen Zuschauer in der Spitze

Sogar Curling wird zum Fernsehrenner

"König Fußball" geschlagen, knapp 14 Millionen Zuschauer in der Spitze - und sogar Curling wird zum Fernseh-Hit: Die deutschen TV-Sender ARD und ZDF fühlen sich schon vor Ende der Olympischen Winterspiele als Gewinner.

HB/sid SALT LAKE CITY. "Wir sind sehr, sehr happy. Besser hätte es fast nicht laufen können", sagt ARD-Teamchef Werner Rabe. Und ZDF-Sportchef Wolf-Dieter Poschmann stellt fest: "Wir sind rundum zufrieden."

Traumquoten wie beim Skispringen von der Großschanze, als zur Prime-Time (19.20 Uhr) in der Spitze 13,73 Millionen Zuschauer vor den Bildschirmen Sven Hannawalds Griff in den Schnee sahen, machen die Öffentlich-Rechtlichen beinahe euphorisch. Auch sonst schalten abends meistens rund acht Millionen ein. "Das sind Quoten wie beim Spitzen-Fußball oder in der Formel 1", meint Rabe.

Dagegen hat es Fußball derzeit schwer. Während der zweiten Halbzeit des Länderspiels gegen Israel am Mittwoch (7:1) entschied sich das Publikum mehrheitlich für Frauen-Biathlon: Von 21.37 bis 22.23 Uhr sahen 6,75 Millionen Zuschauer ab drei Jahren (Marktanteil 21,7 Prozent) die zweite Hälfte des Fußballspiels im ZDF, dagegen bejubelten 7,08 Millionen (22,8) von 21.28 bis 22.26 Uhr den Doppel-Sieg der deutschen Skijägerinnen in der ARD.

Wegen des Zeitunterschieds von acht Stunden können die deutschen TV-Anstalten die meisten Entscheidungen mit großem Publikumsinteresse in der Hauptsendezeit zeigen. "Sogar eigentliche Randsportarten wie Curling laufen im Abendprogramm sensationell. Es ist schon verrückt", erzählt Rabe. So verfolgten mehr als vier Millionen Zuschauer das Duell der deutschen "Eisputzer" gegen Kanada.

Daher haben die deutschen Sender das Internationale Olympische Komitee (IOC) schon gebeten, in vier Jahren bei den Spielen in Turin einige Wettbewerbe in den Abend zu verlegen. Dabei geht es um die Austragung von Fluchtlicht-Wettbewerben wie zum Beispiel beim Skispringen oder Rodeln.

Knapp 50 Millionen Euro, davon 27 Millionen für die Rechte, gaben ARD und ZDF für die Spiele in Salt Lake City aus. Und die Öffentlich-Rechtlichen mussten erstmals ihr olympisches Monopol aufgeben. Um die Senderechte für die Fußball-WM von der Kirch-Gruppe zu bekommen, erhielt Premiere World eine Sublizenz und berichtet auf fünf Kanälen.

Der Pay-TV-Sender kann von allen Austragungsorten gleichzeitig senden, während ARD und ZDF immer einen zu übertragenden Wettkampf auswählen müssen. "Bei der Konkurrenz lief zum Beispiel die Männer-Abfahrt nicht live", betont Premiere-Teamchef Roman Steuer. Obwohl Premiere nur mit einem kleinen Team zu den Spielen gereist ist, gibt sich der Sender selbstbewusst. "Im digitalen Bereich liegen wir gleichauf mit ARD und ZDF", sagt Steuer - und bezieht rund 2,5 Millionen Haushalte mit ein, die Pay-TV und öffentlich-rechtliches Fernsehen empfangen können.

"Das ist keine Konkurrenz für uns", sagt Rabe: "Um es mit dem Eishockey zu vergleichen: Wir sind im ersten Drittel in Führung gegangen, haben den Vorsprung im zweiten Drittel ausgebaut und kämpfen nun um die Goldmedaille."

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