Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.01.2002

15:38 Uhr

Argentinischer Minister erwägt Lockerung der Barabhebungen

Lenikov redet mit Banken über Reformen

Der argentinische Wirtschaftsminister Jorge Remes Lenicov ist am Dienstag mit den Spitzenvertretern der Banken zu Gesprächen über die nächsten Schritte zur Rettung des Finanzsystems zusammengetroffen.

rtr BUENOS AIRES. Der stellvertretende Wirtschaftsminister Jorge Todesca sagte, es sei dabei um eine teilweise Lockerung der seit Dezember geltenden Beschränkungen für Barabhebungen gegangen. Die argentinische Zentralbank teilte mit, der Devisenhandel werde auch am Mittwoch ausgesetzt bleiben.

Die neue Regierung unter Präsident Eduardo Duhalde hatte am Sonntag eine Abwertung der Landeswährung Peso zum $ durchgesetzt. Der Peso wird hiernach im offiziellen Devisenhandel zum $ mit 1,40 Peso festgelegt. Wie sich die Währung im frei floatenden Handel einpendeln wird, ist ungewiss. Erste Einschätzungen würden am Mittwoch gegeben, sagte Todesca. Zugleich kündigte er an, für einige Kontentypen werde die auf 1000 Peso monatlich festgelegte Beschränkung für Barabhebungen auf 1500 Peso erweitert werden.

Aus Bankenkreisen verlautete, die Banken würden die Bemühungen unterstützen, eine starke Rezession zu verhindern. Bei der Investment-Bank Morgan Stanley hieß es, es würde nicht überraschen, wenn der Peso "in den kommenden Tagen" bei zwei zum US-Dollar stehen werde. Von Straßenhändlern wurde der Peso am Dienstag mit 1.50 bis 1.60 zum US-Dollar eingestuft.

Der offizielle Devisenhandel in Argentinien sollte nach Angaben der argentinischen Zentralbank am Mittwoch weiterhin ausgesetzt bleiben. Außerdem sollen die Banken zum Teil geschlossen bleiben, teilte die Zentralbank am Dienstag weiter mit. Ursprünglich sollte der Devisenhandel am Mittwoch wieder aufgenommen werden.

Nach Angaben Lenicovs will sich Argentinien, das zurzeit die schwerste Finanz- und Wirtschaftskrise seit Jahren erlebt, möglicherweise um weitere Hilfen im Wert zwischen 15 und 20 Mrd. $ bemühen, um die Löcher im Haushalt zu stopfen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat aber bereits signalisiert, kurzfristig nicht einspringen zu wollen. Der spanische Ministerpräsident Jose Maria Aznar sagte, nötig sei, dass Argentinien einen klaren Plan für die wirtschaftliche Erholung vorlege. Spanien, das derzeit die Ratspräsidentschaft in der Europäischen Union (EU) führt, hat erklärt, im laufenden Halbjahr insbesondere die Beziehungen zu Lateinamerika auffrischen und intensivieren zu wollen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×