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29.01.2001

16:01 Uhr

Ariba unter Druck

Trüber Handelsstart in New York

VonWALL STREET CORRESPONDENTS

Katerstimmung an der Wall Street: Kein Konfetti, keine Champagnerkorken, die New York Giants haben den Super-Bowl nicht gewonnen. Das Sportereignis des jungen Jahres ist vorbei und die Börsianer gehen zur Tagesordnung über. Doch auch hier sieht es heute nach ein bisschen mehr Glück in der Liebe aus.Sowohl der Nasdaq als auch der Dow Jones Index notieren im Minus. Technologiewerte leiden unter schlechten Wachstumsprognosen bei Cisco. Finanztitel sind dagegen sehr gefragt.

NEY YORK. Cisco Systems führt im frühen Handel die Verliererliste der Nasdaq Werte an, nachdem sich Vorstand John Chambers zurückhaltend zur Wachstumsentwicklung des Unternehmens äußerte. Das Januar-Geschäft des Netzwerkausstatters habe die Planzahlen nicht ganz erfüllt, so Chambers auf dem Weltwirtschaftsgipfel in Davos. Schuld sei das schwierige Geschäftsumfeld. Sollte der Trend anhalten, müssten die Prognosen für die Zukunft nach unten revidiert werden. Lehman Brothers bestätigt die Aktie zwar auf "aggressiv kaufen", senkt jedoch das Kursziel von 47 auf 45 Dollar.



Ebenfalls unter Druck geraten die Aktien von Intel, Microsoft und Siebel. Zu den Verlierern zählt am Morgen auch Ariba. Das B2B-Unternehmen meldet die Übernahme des kleineren Konkurrenten Agile Software. Der Kaufpreis: Rund 2,6 Milliarden Dollar in Aktien. Agiles Aktionäre können sich freuen. Kosteten die Aktien am Freitag noch 43 Dollar, erhalten sie im Rahmen der Übernahme nun 54 Dollar pro Aktie. Ariba versucht durch die Übernahme die Marktposition zu stärken. Agile wird Ariba mit Inhalten für Internet-Seiten beliefern. Die Anleger von Ariba freut die Nachricht nicht.



Kursverluste bei IBM kosten den Dow Jones Index einen Teil seiner Punktgewinne. Finanztitel erfreuen sich dagegen erhöhter Beliebtheit. J.P. Morgan Chase, Citigroup und American Express gewinnen an Wert. Kursverluste der vergangenen Zeit machen die Werte nun attraktiv. Der Preis von J.P. Morgan liege zurzeit sowohl unter dem Buch- als unter dem Marktwert anderer Papiere und sei günstig zum Einstieg.



Trübe Stimmung herrscht dagegen bei Xerox. In den vergangenen drei Monten erwirtschaftete der angeschlagene Kopiererhersteller einen Verlust von 31 Cents pro Aktie und übertraf die Befürchtungen der Analysten damit um einen Cent. In Vergleich zum Vorjahreszeitraum fiel der Umsatz von 13 Prozent auf rund fünf Milliarden Dollar.



Gleichzeitig gab der Kopiererhersteller die Entlassung von 4000 der weltweit 96.000 Mitarbeitern bekannt. Für das schlechte Ergebnis macht Xerox den starken Wettbewerb, strategische Fehlplanungen und Zahlungsschwierigkeiten bei den Kunden verantwortlich.



Daimler

Crysler wird rund 25 000 seiner amerikanischen Mitarbeiter oder ein Fünftel der Belegschaft entlassen, berichtet das Wall Street Journal in seiner neuesten Ausgabe. Fast 20 000 Fabrikarbeiter und rund 5 000 Mitarbeiter der Bürobelegschaft sollen ihren Arbeitsplatz verlieren. Damit reagiert der fünftgrößte Autokonzern der Welt auf Verluste von 1,75 Milliarden Dollar, die das Unternehmen im ersten Halbjahr 2000 hinnehmen musste. Das Problem: Crysler hatte unter schleppender Nachfrage zu leiden. Das Ziel: Crysler soll wieder in der Gewinnzone arbeiten. Die Aktie notiert schwächer. Mit guten Nachrichten startet Airbus in die neue Woche. Der Flugzeughersteller kann auf ein erfolgreiches vergangenes Jahr zurückblicken. Mit Auftragseingängen im Wert von 41,3 Milliarden Dollar rückt Airbus Konkurrent Boeing verdächtig nah. Boeing notiert schwächer.



Über Kursgewinne freut sich Campbell Soup. Der Hersteller der berühmtesten Suppendose der Welt wird den Suppenbereich von Unilever übernehmen. Kaufpreis: rund 920 Millionen Dollar.

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