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01.02.2001

12:50 Uhr

dpa LÜCHOW. Die im Atomkonsens festgelegte und von der deutschen und der französischen Regierung bekräftigte Wiederaufnahme von Atomtransporten nach La Hague ist auf scharfe Kritik bei Umweltschützern gestoßen. Die Bürgerinitiative Umweltschutz und die Castorgegner im Kreis Lüchow-Dannenberg haben Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und dem französischen Regierungschef Lionel Jospin am Donnerstag vorgeworfen, die Atompolitik der vergangenen Jahre nahtlos fortzusetzen. "Schröder und Jospin haben sich für die Interessen der Atomwirtschaft entschieden", stellte der Sprecher der Castorblockierer, Jochen Stay, fest.

"Die jetzt angekündigte Wiederaufnahme der Transporte macht alles nur noch schlimmer", sagte Stay. So könnten die Atomreaktoren weiterhin Müll produzieren, und die gefährlichen Atomzüge rollten wieder durch dicht besiedelte Gebiete. In Gorleben würden sich die Castoren häufen, obwohl niemand wisse, was nach der Zwischenlagerung angesichts eines fehlenden Endlagers werden solle. "Durch die deutsch-französische Vereinbarung ist deutlich geworden, dass da nicht nur ein um 180 Grad gewendeter Minister Trittin für Transporte eintritt, sondern dass Atompolitik Chefsache für Schröder ist", betonte Stay.

Wenn der nächste Castortransport mit Atommüll aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague in das Gorlebener Zwischenlager gerollt ist, wird auch wieder Abfall aus deutschen Atomkraftwerken nach Frankreich gebracht werden. Das ist laut Atomkonsens bis zum Sommer 2005 erlaubt. Die Regierungschef vereinbarten, dass jährlich zwei Castorzüge nach Gorleben rollen sollen. Im Gegenzug wird die Plutoniumfabrik La Hague jährlich zwischen 60 und 100 Transporte mit abgebrannten Brennelementen aus deutschen Reaktoren annehmen.

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