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25.07.2000

13:12 Uhr

dpa ISTANBUL. Die Türkei will vorerst kein Atomkraftwerk bauen. Das hat der Ministerrat am Dienstag nach Angaben von Regierungschef Bülent Ecevit in Ankara entschieden. Als Grund nannte er vor der Presse das Wirtschaftsprogramm der Regierung. Ein Atomkraftwerk sei momentan nicht nützlich und habe wirtschaftliche Nachteile.

Um den Bau des ersten türkische Kernkraftwerks in Akkuyu an der Mittelmeerküste bewarben sich das von der Siemens AG, Berlin/München, und der Framatome SA, Paris, geführte Konsortium Nuclear Power International (NPI), an dem auch Hochtief beteiligt ist, sowie das US-Unternehmen Westinghouse und eine kanadische Firma. Ankara hat die Auftragsvergabe bereits acht Mal verschoben. Im April lehnte das Finanzministerium eine finanzielle Absicherung des Vorhabens mit der Begründung ab, die hohen Kosten gefährdeten die Maßnahmen zur Inflationsbekämpfung.



Geologen hatten das Projekt kritisiert, weil nur rund 20 Kilometer vom geplanten Standort entfernt eine seismisch aktive Zone sei. Im vergangenen August und November war der Nordwesten der Türkei von zwei verheerenden Erdbeben erschüttert worden, bei denen mehr als 18000 Menschen ums Leben gekommen waren.

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