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30.06.2000

17:13 Uhr

dpa-afx FRANKFURT. Das am heutigen Donnerstag erstmals am Neuen Markt gelistete biopharmazeutische Unternehmen MediGene wird frühestens im Jahr 2003 die Gewinnschwelle erreichen. Dies teilte das im Konsortium vertretene schweizer Brokerhaus Bank Vontobel am Freitag mit. In den Folgejahren (2003 bis 2006) erwartet die Bank ein jährliches Gewinnwachstum von rund 65 %.

Von 1994 bis zum ersten Quartal 2000 sei bei MediGene einen kumulierter Verlust von 11,4 Mio. Euro angelaufen. Von 1994 bis zum ersten Quartal 2000 habe die Gesellschaft ungefähr 19 Mio. Euro für Forschung und Entwicklung ausgegeben. Ende März 2000 hatte MediGene ein positives Eigenkapital von 7,68 Mio. Euro. Die Liquidität habe zu diesem Zeitpunkt 17,7 Mio. Euro betragen, so dass die Firma in absehbarar Zeit kein weiteres Kapital benötigen werde.

Nach Angaben des Finanzinstitutes hat sich die in 1994 gegründete Firma auf die Indikationsgebiete Kardiologie und Onkologie fokussiert. MediGene entwickelt unter anderem Medikamente und Vakzine für die Behandlung von Herzinsuffizienz, Schwarzem Hautkrebs und Eierstockkrebs auf Basis starker Technologieplattformen, heißt es in der Studie. Zwei Produktkandidaten befänden sich in der Phase der klinischen Entwicklung, zwei weitere Kandidaten stünden kurz davor.

Nach Einschätzung der Analysten setzt das in Martinsreid bei München beheimatete Unternehmen mit seiner Technologieplattform neue Maßstäbe bei der auf die "Functional Genomics und Desease"- zielende Forschung im Kardiologiebereich. Die umfassenden DNA-Bibliotheken aus Herzgewebe sowie die patentierten Krankheitsmodelle machten MediGene zu einem attraktiven Partner für Pharmafirmen. Nach Einschätzung von Holger Bengs, zuständig für das Biotechnologieresearch bei "Going Public" zielt MediGene hinsichtlich des Geschäftsmodells in die selbe Richtung wie die kürzlich am Neuen Markt debütierte GPC . Beide Biotechgesellschaften hätten eine nennenswerte Wirkstoffpipeline.

Auch die Partnerschaften mit Aventis und Schering bewerte er positiv. Bengs führte weiter aus, dass MediGene bei Wissenschaftlern einen guten Ruf genieße. Nach dem erfolgreichen Börsenstart am Freitag hänge die zukünftige Entwicklung aber von dem Newsflow des Unternehmens ab. Investoren sollten MediGene allerdings als langfristiges Investment betrachten, zumal Rückschläge im Aktienkurs einzukalkulieren seien.

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