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07.01.2003

13:37 Uhr

Auch aktuelle Lage schlechter als im Vorjahr

Stellenabbau im Mittelstand geht weiter

Der Stellenabbau im deutschen Mittelstand wird sich einer Umfrage zufolge in diesem Jahr fortsetzen. Rund 45 % der Betriebe gaben an, die Zahl der Arbeitsplätze in diesem Jahr einschränken zu wollen, teilte die Union Mittelständischer Unternehmen (UMU) am Dienstag in München mit.

HB/dpa MÜNCHEN. "Wir sehen derzeit kein Licht am Ende des Tunnels", sagte Verbandspräsident Hermann Sturm. Nur 5,5 % der Firmen wollen zusätzliches Personal einstellen. Auch mit Investitionen halten sich die Unternehmen angesichts knapper Kassen zurück.

Ein Großteil der befragten Unternehmen (41,9 %) rechnet mit einer weiteren Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in den nächsten neun Monaten. Rund die Hälfte der Firmen geht von einer unveränderten Situation aus. Optimistische Antworten blieben die Ausnahme: Nur 5,9 % gaben an, mit einer Verbesserung der Wirtschaftslage zu rechnen.

Auch die aktuelle Lage beurteilen die Firmen nach Worten von Sturm deutlich schlechter als noch vor einem Jahr. Nur rund ein Drittel bezeichne die Lage als gut oder mäßig. 64 % nannten sie "schlecht." Vor diesem Hintergrund halten sich die Firmen auch mit Anschaffungen zurück. 71,2 % der Firmen wollen in diesem Jahr nicht investieren. "Die Erwartungen des Mittelstandes an die Wirtschaftsentwicklung und seine Investitionsneigung sind schlecht wie selten zuvor", sagte Sturm.

Die trübe Stimmung im Mittelstand hänge auch mit der Politik zusammen. 95,5 % der befragten Firmen äußerten sich unzufrieden über die Bundesregierung. Die Mittelstandspolitik wurde von 93,8 % der Befragten als nicht ausreichend bezeichnet.

An der Umfrage hatten sich nach Angaben von Sturm 528 Firmen aus 16 Bundesländern beteiligt. Die Mehrzahl der Unternehmen beschäftigt weniger als 250 Mitarbeiter. Die Union Mittelständischer Unternehmen vertritt nach eigenen Angaben rund 20 000 Mitglieder verschiedener Branchen und sieht sich als parteipolitisch unabhängiger Verband des Mittelstandes.

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