Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

27.01.2003

22:21 Uhr

Auch chartechnische Lage schlecht

Dow Jones fällt unter 8 000 Punkte

Die US-Aktienbörsen haben am Montag während der Vorlage des Blix-Berichts weiter an Boden verloren. Der Dow-Jones-Index fiel verlor fast 2%, der technologielastige Nasdaq fiel um 1,47% , der marktbreite S&P-500-Index gab 1,84;% nach.

rtr/vwd NEW YORK. Die Notierungen hatten nach einer deutlichen Aufholjagd zwischenzeitlich kurzfristig sogar im Plus gelegen. Der Grund für die zwischenzeitlichen Gewinne waren Gerüchte über ein mögliches Exil von Saddam Hussein. Nach Äußerungen des Weißen Hauses drehten die Kurse aber wieder ins Minus.

"Die Märkte erleben eine extreme Volatilität", sagte John Person von Infinity Brokerage Services. Schon am Freitag habe der Markt ein Szenario des schlimmsten Falls eingepreist und dies habe sich am Montag vor dem Hintergrund des Blix-Berichtes fortgesetzt, fügte er hinzu.

Der Bericht des UNO-Chefinspektors Hans Blix gilt als Gradmesser für das weitere Vorgehen gegen den Irak. Vor dem UNO-Sicherheitsrat sagte Blix, Irak habe bislang nicht in vollem Umfang nachweisen können, dass das Land alle Massenvernichtungswaffen vernichtet habe. Zudem habe die Staatsführung die Abrüstungsforderungen der Vereinten Nationen (UNO) offenbar nicht wirklich akzeptiert.

Die USA werfen Irak Besitz von Massenvernichtungswaffen vor, was Irak aber zurückgewiesen hat. Die USA und Großbritannien hatten bekräftigt, ein Mangel an Kooperation bedeute einen Verstoß gegen die UNO-Resolution 1441, die auch militärische Maßnahmen vorsieht.

Unternehmensnachrichten, die das Geschehen beeinflussen könnten, gebe es praktisch keine. Im Wochenverlauf stünden allerdings noch Quartalszahlen von Merck, AOL Time Warner und ExxonMobil an. Diese seien wichtig, spielten allerdings angesichts der angespannten geopolitischen Lage nur eine untergeordnete Rolle. Mit Spannung werde auch die Rede von George W. Bush zur Lage der Nation erwartet.

Charttechnisch sehe die Lage schlecht aus. Trotz der Überverkauftheit sei bisher jede Gegenbewegung augeblieben, was für die schwache Verfassung der Märkte spreche. Nachdem der Dow Jones Industrial Index am Freitag auf 8 242 Stellen gefallen war, erwarten Charttechniker jetzt ein rechnerisches Mindestkursziel von 7 500 Punkten. Gegenbewegungen innerhalb der Abwärtsbewegung seien natürlich schnell möglich, das Gesamtbild bleibe aber negativ, heißt es. Die nächsten Unterstützungen lägen bei 8 030, 8 000 und 7 883 Zählern.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×