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29.01.2003

13:23 Uhr

Auch Depfa mit Chancen auf MDax

EADS erhält Zulassung zum Prime Standard

Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS hat von der Deutschen Börse am Mittwoch die Zulassung zum Prime Standard erhalten und kann damit in den Index für mittelgroße Werte MDax aufsteigen. EADS wollte sich über die künftige Zuordnung in einem Index zum aktuellen Zeitpunkt nicht äußern.

Reuters FRANKFURT. "EADS ist auf Grund seiner Marktkapitalisierung sicher ein MDax-Kandidat", sagte Ingo Schmitz, Index-Experte der Deutschen Bank. Die Börse hatte zuvor mitgeteilt, der bereits im französischen Auswahlindex Cac40 vertretene Konzern sei zum neuen Qualitätssegment der Börse zugelassen und zunächst als Unternehmen der klassischen Industrie eingeordnet worden. Die EADS-Aktie wird sich auf der Januar-Rangliste der Deutschen Börse wiederfinden, nach der am 11. Februar von Arbeitskreis Aktienindizes die Zusammensetzung des MDax beraten wird.

Die Deutsche Börse hat ihren Aktienmarkt in den so genannten Prime Standard mit hohen Zulassungsbestimmungen und den General Standard mit einfacheren Hürden geteilt. Die Auswahlindizes wie Deutscher Aktienindex (Dax), MDax für mittelgroße Unternehmen der klassischen Industrie und TecDax als Nachfolger des Neuen Marktes werden ausschließlich aus Mitgliedern des Prime Standards bestückt. Der MDax steht durch die Reform anders als bisher auch ausländischen Unternehmen offen.

"Die Frage ist, wie der Börsenumsatz genau aussieht. Darüber werden wir wohl erst Genaues erfahren, wenn die Ranglisten der Börse vorliegen", sagte Schmitz mit Blick auf das zweite Kriterium für eine Indexaufnahme. Nach den Regeln der Börse muss ein Unternehmen auf der Rangliste für klassische Industrieunternehmen nach Marktkapitalisierung des Streubesitzes und Börsenumsatz wenigstens auf Platz 75 liegen, um im MDax vertreten zu sein. Nach Reuters-Daten liegt die Gesamtmarktkapitalisierung des Unternehmen bei 7,3 Mrd. ?, der Streubesitz bei rund 34 %. Schmitz rechnet damit, dass EADS für den Fall der MDax-Aufnahme mit zehn Prozent zu den gewichtigsten Unternehmen des Börsenbarometers gehören wird.

Der Schwerpunkt des Börsenhandels von EADS, die im Juli 2000 gleichzeitig an den Börsen Paris, Madrid und Frankfurt gelistet wurde, liegt derzeit noch in Paris. Auch die Zusammensetzung des Aktionärskreises sei stark französisch geprägt, da die französische Vorgängergesellschaft Aerospatiale Matra bereits ein Listing in Paris gehabt habe, sagte ein EADS-Sprecher. 2002 war EADS aus Aerospatiale, DaimlerChrysler Aerospace und der spanischen Casa gegründet worden. Nach eigenen Angaben ist EADS der größte europäische Luft- und Raumfahrtkonzern und nimmt Platz zwei in der Welt ein.

Experten rechnen damit, dass die im irischen Dublin beheimatete Staatsfinanzierungsbank Depfa plc ebenfalls in den MDax gelangen kann. Nach Berechnungen von HSBC Trinkaus & Burkhardt würde Depfa plc mit 3,7 % Anteil der sechstschwerste Wert im MDax. Schmitz rechnet damit, dass auch andere internationale Unternehmen eine Mitgliedschaft im MDax anstreben könnten. "Die Frage ist also, ob der MDax noch seine Funktion als deutscher MidCap-Index erfüllen würde, wenn er viele internationale Firmen als schwergewichtige Mitglieder enthält", gab er zu bedenken. Die Funktion von Indizes liegt auch darin, Fondsmanagern mit einem regionalen Anlageschwerpunkt eine Messlatte für ihren Erfolg oder Misserfolg zu bieten.

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