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31.01.2003

08:36 Uhr

Auch EU plant Vermittlungsmission

Nordkorea weist Vermittlung zurück

Nordkorea hat am Freitag alle internationalen Vermittlungsbemühungen im Streit um sein Atomprogramm zurückgewiesen. Pjöngjang werde "niemals an irgendeiner Form multilateraler Gespräche teilnehmen", sondern beharre auf bilateralen Verhandlungen mit den USA, stellte Nordkoreas Botschafter in Peking, Choe Jin Su, auf einer Pressekonferenz in der chinesischen Hauptstadt klar.

HB/dpa PEKING. Er kritisierte die Entsendung des amerikanischen Flugzeugträgers "Kitty Hawk" in das Seegebiet östlich der koreanischen Halbinsel. Dies widerlegt nach seinen Worten die Äußerungen von US-Außenminister Colin Powell, die USA hätten keine Absicht, Nordkorea anzugreifen. Auch die jüngsten Strategiepläne zwischen den USA und Südkorea für den Notfall seien in Wirklichkeit "ein feststehender Invasionsplan".

Die Situation habe sich nicht deswegen verschlimmert, weil es an internationalen Vermittlern mangele, sagte der Botschafter mit Blick auf vorausgegangene Gespräche mit Russland, Australien oder mit einem Sondergesandten von UN-Generalsekretär Kofi Annan. Nordkorea lehne eine Internationalisierung der Frage ab. "Wenn einige Länder besorgt sind, sollten sie die USA drängen, ohne Vorbedingung Verhandlungen mit uns aufzunehmen", riet Choe Jin Su.

Auch die Europäische Union plant eine Vermittlungsmission nach Pjöngjang, wie nordkoreanische Diplomaten bestätigten. Unter Führung der Ratspräsidentschaft Griechenlands wird eine Delegation der EU-Troika mit Außenminister Giorgios Papandreou an der Spitze und EU-Außenkommissar Chris Patten vom 13. bis 14. Februar zu regulären Gesprächen mit Chinas Regierung in Peking erwartet. Mit dieser Visite könnte die Reise nach Pjöngjang verknüpft werden, die die EU-Außenminister am Montag in Brüssel beschlossen hatten.

Nordkoreas Botschafter wiederholte die Forderung nach einem Nichtangriffspakt mit den USA als "einzigen Weg für die Lösung der Nuklearfrage". Er machte aber deutlich, dass eine einfache Sicherheitsgarantie nicht reiche, sondern ein solcher Pakt auch vom US-Kongress bestätigt und rechtskräftig gemacht werden müsse. Überhaupt sei der Vorwurf über das "neue Nuklearprogramm" seines Landes eine "böse Verschwörung der extremen Kriegstreiber in den USA". Als Reaktion auf die amerikanischen Vorwürfe im Oktober, sein Land betreibe ein heimliches Programm zur Anreicherung von Uran, habe seine Regierung die Haltung eingenommen, "es weder zu bestreiten, noch zu bestätigen".

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