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25.01.2002

20:30 Uhr

Auch in dieser Woche wird eine Seitwärtsbewegung erwartet

Neuer Markt: Politik der ruhigen Hand

VonChristian Schnell

Noch sind viele Investoren zurückhaltend, was ihr Interesse am Neuen Markt betrifft. Das wird sich nach Einschätzung von Experten erst ändern, wenn die Zukunftsausblicke freundlicher ausfallen. Am Freitag verlor der Nemax 0,81 Prozent auf 1 129 Punkte. Der Nemax 50 gab 0,45 Prozent auf 1 175 Punkte ab.

FRANKFURT/M. Viel war es nicht, was in der abgelaufenen Woche die Kurse am Neuen Markt bewegte. Seitwärts war die Richtung, die mangels größerer Impulse eingeschlagen wurde. Nemax und Nemax 50 schlossen am Freitag etwa auf dem Stand vom vorherigen Wochenende. So könnte es nach Einschätzung von Experten auch in dieser Woche weitergehen. Eben erst ist die Bilanzsaison angelaufen und wer bereits jetzt seine vorläufigen Zahlen verkündet, der tut dies meist, weil er etwas positives vermelden kann. Wer dabei nicht ganz so gut aussieht, der lässt sich noch Zeit und hofft, dass seine Meldung dann in der breiten Masse nicht so auffällt.

Vor diesem Hintergrund verwundert es auch nicht, dass viele Anleger trotz etlicher viel versprechender Meldungen eine Politik der ruhigen Hand fahren. Erst wenn die Ausblicke auf 2002 wieder ein gewisses Maß an Zuversicht ausstrahlen, wird es auch am Neuen Markt wieder nach oben gehen, glauben Experten. In dieser Woche sind es allerdings noch zu wenige Unternehmen, die ein gewisses Marktgewicht haben, um einen solchen Aufschwung zu bewirken. Bestenfalls der Systemintegrator SAP SI, der am Mittwoch zur Bilanzpressekonferenz geladen hat, wird hierzu gerechnet. Die 60 %-Tochter des Software-Giganten SAP schien zuletzt mit der schwierigen Wirtschaftslage besser zurecht zu kommen als viele Konkurrenten im IT-Sektor.

Wie sehr die Aktienentwicklung derzeit von den Zukunftsaussichten abhängig sind, zeigte am Freitag das Beispiel Analytik Jena . Der Entwickler bioanalytischer Systeme legte eine makellose Bilanz für das abgelaufene Jahr vor. Der Umsatz stieg um 79 % auf 41,7 Mill. Euro, der Jahresüberschuss verdoppelte sich auf 1,4 Mill. Euro, trotzdem ging es mit der Aktie an diesem Tag um 2,9 % auf 15,78 Euro bergab. Grund war, dass sich die Unternehmensleitung nicht auf eine Ertragsprognose für das laufende Jahr festlegen wollte. Die Bemerkung "höher als im Vorjahr" war vielen Anlegern zu schwammig.

Wesentlich mehr Bewegung herrschte da schon bei Mount 10. Der Schweizer Datensicherheits-Spezialist erhielt einen Auftrag über 1,5 Mill. Euro von einem nicht näher genannten Automobilzulieferer und kündigte zudem nach hohen Verlusten im abgelaufenen Jahr für 2002 wieder einen positiven Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen an. Die Aktie stieg um 23,1 % auf 1,12 Euro.

Von einem Großauftrag profitierte auch die gebeutelte IVU Traffic. Das Berliner Software-Unternehmen soll für 2,5 Mill. Euro etwa 12 000 Busse von DB Regio mit dem System Microbus aufrüsten. Die IVU-Aktie stieg um 9,6 % auf 1,60 Euro. Um 4,9 % auf 8,60 Euro ging es mit der Bechtle-Aktie nach oben. Das Systemhaus übernimmt einen Teil der Schweizer Euridis.

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