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20.02.2004

08:27 Uhr

Auch Jamie Oliver liebt Fish 'n' Chips

Frittierte Erotik

VonRuth Kirchner (Handelsblatt)

Was dem Deutschen die Currywurst ist, sind dem Briten Fish ?n? Chips. Aus Edelküchen schmecken sie sogar.

Jeder nach seiner Facon.

Jeder nach seiner Facon.

Wenn die englische Starköchin Nigella Lawson über Fish ?n? Chips redet, könnte man meinen, sie zelebriert das gerade erst erdachte Rezept für einen raffinierten Lammbraten: "Knusprige Kruste, darunter saftiges, milch-zart gedünstetes Fleisch, ein köstlicher Kontrast, von dem Spitzenköche der alten Nouvelle Cuisine nur träumen können."

Fish ?n? Chips, gemeinhin Synonym für fade und fettige englische Küche, wird rehabilitiert: Von "Integrität" und kulinarischem "Hochgenuss" schreibt die schöne Lawson, die mit ihren Kochbüchern einen Touch Glamour und Erotik in englische Küchen gebracht hat.

Auch Jamie Oliver, der TV-Kultkoch mit dem jungenhaften Hip-Hop-Image, liebt seinen frittierten Fisch im Bierteigmantel: "Was gibt es Besseres", fragt er, "als den perfekten Chippy, wo der Fisch frisch ist, die Mahlzeiten einfach, aber clever - und die Besitzer echte Gentlemen?"

England ohne Fish ?n? Chips, das ist wie Bayern ohne Bier. Aber unter Gourmets galt das Billigessen vom "Chippy", der Fish-and-Chips-Bude nebenan, bislang als kalorienschwerer Sündenfall. Junk-Food pur. Selbst im Fast-Food-Land Großbritannien, wo immerhin rund 9000 Fish- and-Chips-Shops jährlich 250 Millionen Portionen des fettigen Fischs unter die Leute bringen, ist die "Nationale Föderation der Fischbräter" nicht gerade eine Topadresse. Der Verband hat seine Zentrale nicht im hippen London, sondern in der nordenglischen Arbeiterstadt Leeds.

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