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03.01.2002

08:16 Uhr

Auch Radikale auf Kandidatenliste

Argentinischer Präsident sucht Regierungsmannschaft

Der neue argentinische Präsident Eduardo Duhalde will angesichts der massiven wirtschaftlichen Probleme eine Regierung der nationalen Einheit bilden. Die wichtigsten Positionen dürften jedoch seine Vertrauten einnehmen.

Reuters BUENOS AIRES. Den zentralen Posten des Wirtschaftsministers soll der Peronist Jorge Remes Lenicov übernehmen, wie Senator Antonio Cafiero am Mittwoch nach einem Treffen mit Duhalde sagte. Als Kabinettschef sei Anibal Fernandez im Gespräch, der derzeitige Arbeitsminister der Provinz Buenos Aires. Lenicov war Wirtschaftsminister in der Provinz Buenos Aires unter dem damaligen Gouverneur Duhalde. Sein Wirtschaftsprogramm will Duhalde am Freitag präsentieren.

Spekuliert wird über eine Aufhebung der festen Anbindung des Peso an den US-Dollar im Verhältnis von eins zu eins. Konkrete Aussagen hat Duhalde bislang nicht gemacht. Eine Zeitung zitierte den neuen Präsidenten mit den Worten: "Die Wechselkursfreigabe ist eine von fünf Alternativen, die Ökonomen vorgelegt haben; aber selbst diejenigen die es (das alte System) verteidigen, sind nicht so überzeugt." Eine Abwertung würde argentinische Exporte verbilligen und somit wettbewerbsfähiger machen. Auf der anderen Seite sind viele Argentinier in $ verschuldet, erhalten ihr Gehalt aber in Peso. Ein Berater Duhaldes hatte gegenüber Reuters erklärt, geprüft werde eine Abwertung zwischen 30 und 40 %.

Die argentinische Zentralbank korrigierte frühere Angaben über die Aufhebung der Vorschrift, dass Dollar-Schulden auch in Peso beglichen werden können. Ein Sprecher der Notenbank sagte am Mittwochabend, bis Donnerstag 20 Uhr (24 Uhr MEZ) könnten weiterhin Dollar-Schulden im Verhältnis eins zu eins mit Peso bezahlt werden.

Die Verschuldung Argentiniens stieg nach Regierungsangaben per Ende September auf 141 Mrd. $ (rund 157 Mrd. Euro) von noch 132 Mrd. $ Ende Juni. Duhaldes gescheiterter Amtsvorgänger Adolfo Rodriguez Saa hatte ein Schuldenmoratorium erklärt.

In Zeitungen wurde spekuliert, dass Duhalde mehrere Mitglieder der Radikalen Partei ins Kabinett berufen wolle. Vor Rodriguez Saa, der wir Duhalde der peronistischen Partei angehört, hatte sich Präsident Fernando de la Rua auf das Allianz-Bündnis gestützt, dem die Radikal Partei angehörte. De la Rua war nach Unruhen und Plünderungen zurückgetreten. Er hatte auch verfügt, dass Barabhebungen im Monat 1000 $ nicht übersteigen dürfen. Dies in der Bevölkerung umstrittene Maßnahme ist derzeit noch in Kraft.

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