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04.04.2003

17:42 Uhr

Auch Röhrchen mit weißem Pulver sicher gestellt

USA haben Handbücher zu Chemiewaffen in Irak entdeckt

Die US-Streitkräfte haben nach US-Militärangaben in zwei Fabriken nahe Bagdad in mehreren tausend Kisten Röhrchen mit unidentifiziertem Pulver und Flüssigkeiten sowie Handbücher zur chemischen Kriegsführung gefunden.

Reuters NAHE BAGDAD. "Es ist zu diesem Zeitpunkt noch unklar, um welche Substanzen es sich handelt. Wir schicken eine Expertengruppe zur Untersuchung hin", sagte Hauptmann Kevin Jackson Reuters am Freitag nahe der irakischen Hauptstadt. Zudem fanden Soldaten nach US-Angaben in der Wüste im Westen Iraks Einrichtungen, die die US-Streitkräfte für eine Ausbildungsstätte zur chemischen Kriegsführung halten.

Die USA und Großbritannien hatten ihren Krieg gegen Irak vor allem damit begründet, dass der irakische Präsident Saddam Hussein chemische und andere Massenvernichtungswaffen verstecke. Bislang haben die US-geführten Truppen im Irak jedoch keine eindeutigen Beweise hierfür liefern können. Irak hatte in den 80er Jahren im Krieg gegen den Iran Senfgas eingesetzt. Zudem ging Saddam mit Nervengas gegen die kurdische Bevölkerung nach dem Golfkrieg 1991 im eigenen Land vor.

Pulver in elf Zentimeter langen Röhrchen gefunden

Die Pulver und Flüssigkeiten waren nach US-Angaben in elf Zentimeter langen Röhrchen in tausenden von Kisten gefunden worden. Eine der Fabriken befindet sich südlich der Stadt Latifija, die östlich des Euphrat-Flusses südwestlich von Bagdad liegt. Später wurde in der Nähe eine zweite Fabrik entdeckt, wo den Angaben zufolge ebenfalls Spuren unbekannter Flüssigkeiten und weißes Pulver gefunden wurde.

Brigadegeneral Vincent Brooks vom US Central Command in Katar erklärte unterdessen, Spezialeinheiten hätten in der Wüste im Westen des Landes Gebäude entdeckt, die sie für eine Ausbildungsstätte zum Umgang mit chemischen Kriegswaffen hielten. "Wir wissen, dass die Iraker chemisches Training abgehalten haben", fügte der General hinzu. Entgegen erster Vermutungen seien in den Gebäuden aber keine Massenvernichtungswaffen gelagert worden.

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