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02.01.2002

09:18 Uhr

Auch Samsung erwägt Erhöhung

Hynix erhöht DRAM-Preise um 30 %

Nach dem jüngsten Anstieg der Preise für Speicherchips (DRAMs) an den Spotmärkten wollen führende Halbleiter-Hersteller auch in den langfristigen Verträgen Preiserhöhungen durchsetzen und haben damit Hoffnungen auf eine baldige Erholung der Branche ausgelöst. Der koreanische Hynix-Konzern hob den Preis für 128-Megabit-Chips um 30 % an, wie der weltweit drittgrößte DRAM-Hersteller am Mittwoch mitteilte.

Reuters MÜNCHEN/SEOUL. Auch Marktführer Samsung Electronics erwägt nach den Worten eines Managers eine Erhöhung der Vertragspreise. Eine Sprecherin der Münchener Infineon Technologies AG stellte eine Belebung der DRAM-Nachfrage fest. Die Aktien der krisengeschüttelten Chiphersteller verbuchten Kursgewinne.

Der Preis für die Standard 128-Megabit-DRAMs war an den Spotmärkten, an denen die Kunden ihre kurzfristige Nachfrage befriedigen, zum Jahresanfang auf 2,35 $ gestiegen. Vor Weihnachten hatten diese Chips noch weniger als zwei $ und im Oktober sogar weniger als ein $ gekostet. "Die Nachfrage nach Speicherchips hat sich belebt und die Preise haben sich etwas erholt", sagte die Sprecherin von Infineon in München. Es sei aber noch zu früh, um von einer nachhaltigen Entwicklung zu sprechen. Denn die Preise liegen weiter unter den Herstellungskosten, die für 128-Megabit-Chips zwischen drei und 3,50 $ geschätzt werden. Seit Monaten schreiben die Hersteller rote Zahlen und kämpfen mit der schwersten Krise in der Geschichte der Industrie.

Hynix rechtfertigte die Preiserhöhung für Vertragskunden mit der Entwicklung an den Spotmärkten und der Nachfragebelebung auf dem Markt für PCs. "Mit der Verbreitung von (dem Betriebssystem) Windows XP steigen die Verkaufszahlen von Personal Computern", sagte eine Sprecherin des Unternehmens. Vor allem in China boome der PC-Verkauf. Auch der weltgrößte Speicherchip-Hersteller Samsung Electronics will die Preise für Vertragskunden voraussichtlich erhöhen. "Die Vertragspreise müssen wieder angepasst werden, um den Abstand zu den Spotpreisen zu verkleinern", sagte ein Samsung-Manager der Nachrichtenagentur Reuters. Wie hoch der Preisanstieg ausfallen werde, wollte er nicht sagen. Samsung und Hynix hatten Ende vergangenen Jahres ihre Preise für DRAM-Speicherchips bereits zweimal erhöht.

An den Börsen wurde der jüngste Anstieg der DRAM-Spotpreise und die Ankündigung von Hynix als positives Zeichen gewertet, dass die Branche auf eine Trendwende zusteuert. In Seoul legten die Aktien von Hynix um 15 % zu, Samsung kletterten mehr als zehn Prozent. An den europäischen Börsen gewannen die Aktien von Infineon mehr als vier Prozent auf 23,90 Euro. Philips verbuchten ebenfalls zunächst Kursgewinne, rutschten im weiteren Verlauf aber wieder ins Minus.

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