Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

26.07.2000

15:51 Uhr

dpa FRANKFURT/MAIN. Das Scheitern der zweiten deutschen Großbankenfusion innerhalb von sechs Monaten hat die Stimmung am deutschen Aktienmarkt am Mittwoch erheblich belastet. Der Dax erreichte bei niedrigen Umsätzen in Frankfurt 7 304,10 Punkte und gab damit um 0,34 % nach. Besonders Finanztitel belasteten den Index. Technologieaktien wie Siemens und Infineon konnten zudem von der Vorlage guter Unternehmenszahlen nicht profitieren und sanken teils deutlich im Kurs.

Der 70 Nebenwerte umfassende MDax gab um 0,31 % auf 4 643,50 Zähler ab. Der NEMAX 50 (Performance-Index) verlor 0,24 % auf 6 247,17 Punkte. Der Neue Markt litt damit im Verlauf unter der gedrückten Stimmung bei den Standardwerten. Die Vorgabe von der US- Technologiebörse NASDAQ ließ deutsche Wachstumswerte am Morgen noch freundlich starten.

Aktien der beiden gescheiterten Fusionskandidaten waren am Vormittag für gut eine Stunde vom Handel ausgesetzt. Die Entscheidung sei bei der Deutschen Börse AG getroffen worden, um ein Informations- Ungleichgewicht unter Marktteilnehmern zu vermeiden, wie deren Sprecher Frank Hartmann erklärte. Dresdner Bank büßte zuletzt 5,03 % auf 45,30 Euro ein und war die mit Abstand schwächste Aktie im Dax. Die Commerzbank-Aktie konnte sich nach einem kurzen Absturz fangen und befand sich geringfügig im Plus: Zuletzt notierte der Wert bei 37,64 Euro um 0,40 % fester.

Frühe Kursverluste bei DaimlerChrysler-Aktien führte Aktienhändler Dieter Lügering von der Berenberg Bank in Hamburg auf die Zahlen aus Stuttgart zurück. "Der Markt straft das enttäuschende Ergebnis ab". Allerdings sei in dem niedrigen Aktienkurs bereits genügend Negatives enthalten, so dass es "nicht mehr viel weiter bergab gehen kann", fügte er an. DaimlerChrysler - Papiere konnten sich zuletzt ins Plus retten und standen bei 56,30 Euro um 0,18 % fester.

Kursabschläge bei Siemens und Infineon, beide Aktien verloren mehr als ein Prozent, seien trotz der gleichfalls guten Zahlen für das dritte Quartal nichts außergewöhnliches, hieß es von Händlern. Beide Aktien hätten in den vergangenen Wochen deutlich zugelegt und litten nun unter Gewinnmitnahmen. Siemens habe selbst nach der Gewinnwarnung des schwedischen Mobilfunkkonkurrenten Ericsson kaum reagiert.

Gestärkt zeigte sich am Mittwoch die T-Aktie. Sie gewann 1,70 % und notierte bei 50,70 Euro stabil über der 50-Euro-Marke. Auch der Einzelhandelswert Metro gab sich fest und gewann als stärkster Aktie im Dax 3,83 % hinzu auf 44,75 Euro. Die Investmentbank Lehman Brothers hatte den Wert zum Kauf empfohlen und ein Kursziel von 50 Euro ausgegeben.

Der Euro rutschte erneut unter die Marke von 94 US-Cent und stand zuletzt bei 0,9393 $. Damit war der $ 2,0821 DM wert.

Am Rentenmarkt gab es eine leichte Aufwärtstendenz. Der Bund Future gewann 0,2 % auf 105,44 Punkte. Der Rentenindex REX gewann 0,1 % auf 109,57 Punkte. Die Umlaufrendite wurde von der Bundesbank am Nachmittag bei 5,27 % und damit unverändert zum Dienstag festgestellt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×