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15.01.2002

14:11 Uhr

Auch Telefon-Grundgebühr soll steigen

Telekom will DSL-Preise deutlich erhöhen

Um einer drohenden drastischen Preiserhöhung durch die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post zu entgehen, hat die Deutsche Telekom der Behörde eine Anhebung der Verbraucherpreise für schnelle Internet-Anschlüsse via DSL angeboten.

Quelle: Handelsblatt

Reuters/vwd BONN. Die Telekom teilte am Dienstag in Bonn mit, die monatlichen Preise für digitale DSL-Anschlüsse sollten künftig um rund 30 Prozent steigen. Auch die einmalig anfallenden so genannten Bereitstellungsentgelte für DSL-Anschlüsse sollen in zwei Schritten knapp verdoppelt werden. Weiterhin beantragte die Telekom eine Preissenkung für Ortsgespräche um 3,2 Prozent und eine Erhöhung der Anschlussgebühren um bis zu fünf Prozent.

Ein Telekom-Sprecher begründete die vorgeschlagenen Preiserhöhungen mit der Hoffnung auf ein Ende des Preisprüfungsverfahrens. Das bei der DSL-Technik erzielte Wachstum auf zuletzt rund 2,2 Millionen Anschlüsse in Deutschland solle abgesichert werden.

In Unternehmenskreisen hieß es, mit den Preisvorschlägen versuche die Telekom deutlich höhere Preisforderungen der Regulierungsbehörde zu verhindern, die das künftige Geschäft gefährdet hätten. Das DSL-Geschäft in Deutschland wird durch die bislang im internationalen Vergleich äußerst günstigen Monatspreise von der Telekom zu mehr als 95 Prozent beherrscht. Die Telekom verfügt weltweit über die zweitgrößte Anzahl an DSL-Verbindungen.

Nach eigenen Angaben will die Telekom die Monatspreise für digitale DSL-Anschlüsse auf 9,99 Euro und 12,99 Euro statt bislang 7,62 und 10,18 Euro anheben. Lediglich beim Preis für einen DSL-Anschluss über eine analoge Leitung wurde dem Regulierer eine Preissenkung auf 19,99 Euro von bislang 20,40 Euro vorgeschlagen. Die neuen Preise sollen für Neukunden vom 25. Februar an gültig sein, für Bestandskunden sollen die Tarife vom 1. Mai an gelten.

Als weitere Erhöhungsschritte schlug die Telekom der Behörde vor, die Bereitstellungsentgelte anzuheben. Der jetzt gültige Einmalpreis in Höhe von 51,57 Euro soll zum 1. Juli auf 74,95 Euro und zum Jahresbeginn 2003 auf 99,95 Euro steigen.

Regulierungsbehörde begrüßt Erhöhung

Als Schritt in die richtige Richtung hat die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post in einer ersten Reaktion die von der Deutsche Telekom AG geplanten DSL-Preiserhöhungen begrüßt. Langfristig sei dadurch mit mehr Angebotsvielfalt am Markt zu rechnen, erklärte der Präsident des Aufsichtsamtes, Matthias Kurth, am Dienstag in Bonn. Die Anhebung der Tarife, die nun von der Behörde geprüft werde, trage insbesondere dazu bei, im Wettbewerb die Szenarien für Investitionen zu verbessern. Investitionen, um die Breitbandkabelnetze multimediafähig zu machen, würden sich dadurch schneller rentieren.

Offen ist laut Kurth noch die Entwicklung beim Zugang der Wettbewerber zu den für DSL nötigen Vorprodukten, wo die Behörde die Telekom zu Verbesserungen aufgefordert hat. In Kürze werde man die Preise für das Line-Sharing überprüfen und damit die Voraussetzungen für ein Standardangebot schaffen, kündigte Kurth an. Beim Line-Sharing handelt es sich darum, dass die Telekom ihren Konkurrenten Zugang zum Hausanschluss der Endkunden getrennt nach Daten- und Sprachübertragung anbieten muss. Der Datenstrang ist für Wettbewerber wichtig, die DSL anbieten wollen.

Auch bei den Resale-Angeboten der Telekom stünden Ergebnisse noch aus, fügte Kurth hinzu. Hintergrund ist hier, dass es der Bonner Konzern seinen Wettbewerbern ermöglichen soll, seine eigenen Produkte auch auf Ortsnetzebene weiterzuverkaufen. Hierzu wird ein Großhandelspreis von der Telekom erwartet, der unter ihren Endkundentarifen liegen soll. Kurth fügte hinzu, auch bei den Mietleitungen seien die Bereitstellungsprobleme noch nicht gelöst. Wettbewerber mit nur teilweise eigener Infrastruktur benötigen solche Leitungen der Telekom, um Lücken im eigenen Netz zu überbrücken.

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