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16.01.2002

16:36 Uhr

Auch Türkei hat Probleme bei Entsendung

Zweiter Teil des Vorauskommandos aufgebrochen

Nach mehreren Verzögerungen ist jetzt auch der zweite Teil des Bundeswehr-Vorauskommandos für die internationale Friedenstruppe auf dem Weg nach Afghanistan. Die 92 Soldaten flogen am Mittwoch an Bord einer niederländischen Maschine vom Flughafen Köln-Wahn zunächst ins türkische Trabzon, teilte ein Sprecher der Luftwaffe in Köln mit.

afp KÖLN/KABUL. Von dort aus sollten die Soldaten nach Afghanistan weiter fliegen. Der Start ihrer Maschine in Köln hatte sich unter anderem wegen Eisregens verzögert. Auch der türkischen Armee bereitete der Winter Probleme bei der Entsendung ihres Kontingentes. Unterdessen wurde der Flughafen in Kabul wieder eröffnet.

Nachdem die Landebahn im afghanischen Bagram wieder für den Anflug schwerer Maschinen hergerichtet worden sei, hätten die Soldaten eigentlich noch am Dienstagabend losfliegen wollen, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin. Dies sei aber wegen des schlechten Wetters nicht gegangen. In den nächsten Tagen sollen noch einmal etwa 80 Soldaten folgen. Dann wird nach Angaben des Verteidigungsministeriums das Vorauskommando in Afghanistan komplett sein. Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) hatte bereits logistische Probleme bei der Verlegung des ersten Teils des Vorauskommandos eingeräumt. Die erste Gruppe war unter anderem wegen schlechten Wetters erst mit tagelanger Verspätung in Afghanistan angekommen.

Der ursprünglich schon für Dienstag geplante Start einer 20-köpfigen Vorhut der türkischen Armee nach Afghanistan musste am Mittwoch erneut um zwei Tage verschoben werden, meldete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu. Begründet wurde die Verzögerung mit schlechtem Wetter in Afghanistan. Die Soldaten sollen am Freitag einen weiteren Versuch unternehmen. Insgesamt 261 türkische Soldaten sollen bis Februar in Afghanistan stationiert werden. Das Kontingent soll später weiter aufgestockt werden, wenn die türkischen Truppen das Kommando über die internationale Friedenstruppe übernehmen. Bisher hat Ankara aber noch nicht offiziell zugesagt, weil es der Regierung an Geld für den Einsatz fehlt.

Nach monatelanger Schließung nahm der internationale Flughafen von Kabul wieder den vollen Betrieb auf. Tourismusminister Abdul Rachman sprach vom Beginn einer "neuen Ära für die afghanische Luftfahrt", nachdem eine Boeing 727 der nationalen Fluggesellschaft Ariana zwei Test-Starts und Landungen auf der Hauptbahn des Flughafens absolvierte. Die Landebahn war bei den US-Bombenangriffen auf Afghanistan beschädigt worden. In den vergangenen drei Wochen hatten afghanische und internationale Experten das Rollfeld repariert und von Minen geräumt. Bisher war lediglich eine kürzere Neben-Landebahn des Flughafens für kleinere Maschinen genutzt worden.

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