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06.06.2000

19:15 Uhr

Auch Übernahme der Schulden im Vertrag

Unilever kauft US-Konkurrenten Bestfoods

Der Konzern rechnet mit Kosteneinsparungen, da ein großes Unternehmen effizienter wirtschaften könne, hieß es. Es ergäben sich daraus Synergieeffekte. Die fusionierte Firma werde sich in Schlüsselproduktkategorien durchsetzen: Bei kulinarischen Produkten, Brotaufstrichen, Tee, Eiscreme und Gefrierkost.

dpa NEW YORK. Der britisch-niederländische Lebensmittel- und Verbraucherproduktriese Unilever wird den amerikanischen Lebensmittelkonzern Bestfoods für 20,3 Mrd. $ (41,9 Mrd.. DM/21,5 Mrd.. Euro) in bar übernehmen. Unilever zahlt 73 $ je Bestfoods-Aktie.

Die beiden Unternehmen hatten 1999 insgesamt 52,3 Mrd. $ umgesetzt und einem operativen Gewinn von 6,2 Mrd. $ ausgewiesen.

Bestfoods, die frühere CPC International, hat einen Umsatz von rund 8,6 Mrd. $. Das US-Unternehmen zählt zu den führenden amerikanischen Nahrungsmittelunternehmen. Zu seinen Hauptmarken zählen Knorr-Suppen, Hellmann's Mayonnaise, Mazola-Öl und Skippy-Erdnussbutter.

Unilver ist einer der weltgrößten Lebensmittel- und Verbraucherproduktkonzerne. Sie ist vor allem durch Lipton-Tee, sowie durch seine vielfältigen Waschmittel und Seifen sowie andere Verbraucherprodukte bekannt. die Gesellschaft ist in 88 Ländern aktiv und hat 255 000 Mitarbeiter.

Unilever übernimmt auch Bestfoods-Schulden in Höhe von vier Mrd. $. Dies haben die beiden Unternehmen am Dienstag bekannt gegeben.

Sie versprechen sich jährliche Kostenersparnisse von 750 Mill. $. Unilever hat für den Bestfoods-Kauf Übergangskredite von mehreren Großbanken erhalten, darunter auch von der Deutsche Bank. Die Bestfoods-Übernahme soll aber letztlich durch Schuldtitel finanziert werden.

Die beiden Unternehmen hoben hervor, dass sich sich von ihren Produktpaletten und Einzugsgebieten her ausgezeichnet ergänzen und dadurch gemeinsam ihr Wachstum verstärken können.

Es werde in den USA ein "robustes gemeinsames Geschäft" geschaffen. Die jeweiligen Stärken beider Firmen in Europa sollen "maximiert werden". Die starke Postion von Bestfoods in Lateinamerika solle zu einem Ausbau des Unilever-Nahrungsmittelgeschäfts in der Region verwendet werden. Bestfoods-Produkte sollen wiederum von der starken Unilever-Präsenz im asiatisch-pazischen Raum profitieren.

Bestfoods hatte den Kauf der amerikanischen Nahrungsmittlefirma Campbell Soup für mehr als 15 Mrd. $ in Erwägung gezogen, um einen Aufkauf durch Unilever zu erschweren.

Unilever hatte zuvor 18,4 Mrd. $ oder 66 $ je Bestfoods-Aktie geboten. Bestfoods hat sich jetzt für das um 10,6 Prozent erhöhte neue Unilever-Angebot entschieden. Die meisten Bestfoods-Aktionäre plädierten für eine Übernahme durch Unilever. Die Übernahmevereinbarung bietet beiden Aktionärsgruppen "herausragende Werte", betonte Bestfoods-Chef C.R. Shoemate.

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