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17.01.2002

19:00 Uhr

Auch weniger Behördengänge für den Bürger

Bund vergibt Aufträge nur noch über Internet

Bund, Länder und Gemeinden werden künftig öffentliche Aufträge nur noch auf elektronischem Wege ausschreiben. Das sagte gestern der Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Alfred Tacke (SPD) in Berlin. In drei bis fünf Jahren seien die technischen Voraussetzungen dafür geschaffen. Auf die elektronische Ausschreibung und Auftragsvergabe müsse sich vor allem der Mittelstand einstellen. Die öffentliche Hand vergibt jährlich Aufträge im Wert von rund 130 Mrd. ? an die Wirtschaft.

gof BERLIN. Mit der vom Bundeskabinett beschlossenen Einführung der digitalen Signatur in der Bundesverwaltung werde nun der erste Teil des Weges beschritten, erklärte Innenstaatssekretärin Brigitte Zypries (SPD). Die ersten Ausschreibungen des Beschaffungsamtes des Bundesinnenministeriums sollen noch in diesem Jahr erfolgen. Ziel ist es, im Rahmen der E-Government-Initiative "BundOnline 2005" sämtliche der über 400 Dienstleistungen des Bundes über das Internet anzubieten. Auch in Ländern und Kommunen soll bis 2005 die flächendeckende Umstellung auf elektronische Kommunikation geschafft werden.

Auf diese Weise sollen Bürger und Wirtschaft künftig ihren Rechts- und Geschäftsverkehr mit Behörden über das Internet abwickeln können. Der oft zeitraubende und an Öffnungszeiten gebundene Ämtergang ließe sich so auf ein Minimum reduzieren.

Da zahlreiche Verwaltungsvorgänge aber der Schriftform bedürfen, kann die persönliche Unterschrift unter ein Formular durch die digitale oder elektronische Signatur ersetzt werden. Durch technische Verfahren wird die Identität des Absenders und "Unterzeichnenden" belegt, erklärte Zypries. Einfach zu handhabende Verschlüsselungstechniken sollen dafür sorgen, dass die elektronische Kommunikation vor Manipulation und unberechtigter Einsicht geschützt wird.

Qualifizierte digitale Signaturen erfordern eine persönliche Chipkarte, auf der der individuelle Schlüssel des Nutzers besonders sicher abgespeichert ist. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 15 ?. Entsprechende Software ist zu Preisen zwischen 20 und 30 ? zu haben. Die Zahl der Anbieter in diesem Bereich ist sprunghaft gestiegen. Ein weiterer Anstieg wird in den nächsten Jahren erwartet, wenn neben dem Bund auch Länder und Kommunen auf elektronische Verwaltungsarbeit umstellen.

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