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27.01.2002

12:41 Uhr

Auch Wirtschaftsprüfer Andersen im Visier

US-Regierung überprüft Beziehungen zu Enron

Nach der größten Firmenpleite in der US-Geschichte überprüft nun die Regierung in Washington ihre Beziehungen zum Energiekonzern Enron. Auch die Geschäftskontakte zur Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Arthur Andersen kommen nach einer Entscheidung des Weißen Hauses vom Freitag auf den Prüfstand. Unterdessen gibt es Hinweise, dass der frühere stellvertretende Enron-Chef Cliff Baxter, der am Freitag Selbstmord beging, offenbar schon vor Monaten eindringlich vor fragwürdigen finanziellen Praktiken gewarnt hatte.

ap WASHINGTON. Baxter habe sich nachdrücklich über unrechtmäßige Transaktionen beschwert, erklärte Enron-Vorstandskollege Sherron Watkins im August in einem Brief an die Konzernführung, wie jetzt bekannt wurde. Sollte das Unternehmen seine Praktiken nicht ändern, «werden wir in einer Welle von Buchhaltungsskandalen untergehen», warnte Watkins in dem Schreiben.

Nach einer Obduktion bestätigten die Behörden am Samstag den Selbstmord Baxters. Der 43-Jährige gehörte zu 29 Managern und Exmanagern, gegen die wegen zweifelhafter Aktienverkäufe zwischen Oktober 1998 und November 2001 ermittelt wird. Er war im Mai, mehrere Monate vor dem Zusammenbruch von Enron, aus dem Unternehmen ausgeschieden.

Mit der vom Weißen Haus am Freitag angeordneten umfassenden Untersuchung soll festgestellt werden, ob Enron und das Wirtschaftsprüfungsunternehmen ihre Verträge mit den Behörden eingehalten und einwandfreie Geschäftspraktiken verfolgt haben. Die Geschäftsbeziehungen beider Unternehmen mit der Regierung erreichten den Angaben zufolge ein Volumen von 70 Millionen Dollar (80,8 Millionen Euro).

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