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05.03.2004

10:55 Uhr

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Auf Chinas Biermarkt braut sich was zusammen

Internationale Brauereien befinden sich seit 2003 auf Einkaufstour in China. Der stetig wachsende Bierkonsum der Bevölkerung und die stark zersplitterten Produktionskapazitäten bieten gute Investitionschancen. Die Zeichen stehen auch 2004 auf Akquisition und Fusion. Größter Gewinner dürfte der Konsument sein, der sich auf sinkende Preise und steigende Angebotsvielfalt einstellen kann.

Der Bierdurst der Asiaten wächst rasch. Foto: dpa

Der Bierdurst der Asiaten wächst rasch. Foto: dpa

bfai HONGKONG. Der chinesische Biermarkt steht vor einer durchgreifenden Restrukturierung. Ausländische Unternehmen, die sich nach verlustreichen Engagements um die Jahrtausendwende zurückgezogen hatten, drängen wieder zurück ins "Reich der Mitte". Sie wollen von dem rasch ansteigenden Konsum profitieren und sich rechtzeitig einen Markennamen aufbauen. Diesmal möchten sie allerdings aus den Fehlern der Vergangenheit lernen und bei ihrer Markteroberung stärker die Eigenheiten des chinesischen Marktes und der Verbraucher in Betracht ziehen.

Zwischen Januar und September 2003 wurden 20,8 Mio. t Bier in China produziert, eine Steigerung von 5,4% gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die drei Riesen der Branche, Yanjing, Qingdao und China Resources, dominieren den Markt. Neben den konkurrierenden mittelgroßen Brauereien existieren noch 500 kleinere Einheiten, die über das ganze Land verteilt sind. Ihr gesamter Output liegt jedoch bei lediglich 50.000 t jährlich. Viele von ihnen kommen auf nicht einmal 10 t im Monat. Sie können dem immer härter werdenden Wettbewerb wenig entgegensetzen.

Die ausländischen Brauereien sehen ihre Zeit gekommen. Sie können auf einen stetig wachsenden Durst der Bevölkerung setzen. Während Wein eine stark untergeordnete Rolle im Alltagsleben des Durchschnittschinesen spielt, erfreut sich das Getränk aus Malz und Hopfen einer immer größeren Beliebtheit. So soll der Bierkonsum jährlich zwischen 6 und 10% steigen. Damit gehört China zum größten Wachstumsmarkt der Welt.

Westliche Investoren taten sich vor zehn Jahren noch schwer in China. In den 90er-Jahren gründeten etwa 60 internationale Unternehmen Joint Ventures mit chinesischen Partnern. Ihre Produkte konnten sich jedoch nicht am Markt durchsetzen. Einerseits lagen die damaligen Preise im Vergleich zu den einheimischen Konkurrenzprodukten zu hoch.

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