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06.03.2003

09:01 Uhr

Auf Double-Kurs

Elber schießt Bayern ins Finale

Mit einem fulminanten Doppelschlag hat Giovane Elber den FC Bayern München zum 13. Mal in das DFB-Pokalfinale geschossen und Bayer Leverkusen auch die letzte Titelchance genommen. Mit seinen beiden Klasse-Toren innerhalb von 60 Sekunden (57./58. Minute) sorgte der herausragende Brasilianer am Mittwochabend beim ungefährdeten 3:1 (1:0)-Erfolg des FC Bayern über den einmal mehr enttäuschenden Vorjahresfinalisten für die Entscheidung.

HB/dpa MÜNCHEN. Vor nur 16 000 Zuschauern im Münchner Olympiastadion hatten zuvor Michael Ballack (30.) und Leverkusens Carsten Ramelow (52.) getroffen.

Die Bayern treffen im Endspiel am 31. Mai in Berlin auf den 1. FC Kaiserslautern. Die Pfälzer hatten am Dienstag durch ein 3:0 (1:0) über Werder Bremen das lukrative Ticket nach Berlin gelöst und haben einen UEFA-Cup-Startplatz so gut wie sicher, da die weiter vom Double träumenden Bayern als Champions-League-Starter praktisch feststehen.

Mit der seit vier Monaten unbesiegten Erfolgsmannschaft, in der diesmal allerdings Willy Sagnol den angeschlagenen Owen Hargreaves (Fußblessur) ersetzte, ließ der Rekordmeister und-Pokalsieger auch gegen die zuletzt verbesserten Gäste nichts anbrennen. Nach 20 Minuten vornehmer Zurückhaltung übernahmen die Gastgeber das Kommando und setzten die mutlosen Rheinländer gehörig unter Druck. Elber, der mit einem strammen Schuss erst an Bayer-Schlussmann Hans-Jörg Butt scheiterte (19.) und dann aus fünf Metern per Kopf nur den Pfosten traf (28.), hatte schon frühzeitig zwei Mal die Chance zur Führung.

Die erzielte dann ausgerechnet der Ex-Leverkusener Ballack. Nach Mehmet Scholls Eckball profitierte er von einem Fehler Butts, der zu spät aus seinem Gehäuse eilte und deshalb Ballacks Kopfball passieren lassen musste. In der Folge taten die Münchner nicht mehr als nötig und hätten trotzdem durch Ballack (34.) beinahe erhöht. Die Werkself, die durch den Brasilianer Franca (16.) nur eine halbwegs nennenswerte Einschussmöglichkeit vor der Pause hatte, blieb trotz recht offensiver Ausrichtung zu zaghaft und erweckte nicht den Eindruck, dass sie für die letzte Chance auf einen Titelgewinn alles tun würde.

Nach dem Wechsel fast das 2:0, als Butt den Ball nach Ze Robertos Flanke auf Boris Zivkovic faustete, doch der Kroate rettete kurz vor der Linie (50.). Praktisch aus dem Nichts fiel dann der Ausgleich nach dem ersten Schuss auf das Bayern-Tor, als Schütze Ramelow Robert Kovac und Jens Jeremies schlecht aussehen ließ. Doch die für kurze Zeit einfach nur zu behäbigen Bayern schlugen gegen die verunsicherte Leverkusener Hintermannschaft durch Elbers Pokaltore Nummer fünf und sechs zurück: Ein Kunstschuss mit links und ein klassischer Konter rückten die Verhältnisse wieder zurecht. Und Bayers schwarze Serie - kein Sieg bei den Bayern seit mehr als 13 Jahren - hält auch unter dem neuen Trainer Thomas Hörster an. Die harmlosen Gäste werden sich am Samstag beim Wiedersehen im Bundesliga-Punktspiel erheblich steigern müssen, um ein besseres Ergebnis zu erreichen.

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