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29.01.2003

16:47 Uhr

Auf Kontrontationskurs

Verdi setzt Regierung bei Ladenschluss unter Druck

Die Dienstleistungsgewerkschaft plant Demonstrationen und harte Tarifverhandlungen, um eine Liberalisierung zu verhindern.

rtr BERLIN. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi will die Bundesregierung mit Demonstrationen und harten Tarifverhandlungen im Einzelhandel unter Druck setzen, ihre Pläne für einen gelockerten Ladenschluss aufzugeben.

Die Ladenschluss-Pläne würden eine prominente Rolle in den anstehenden Lohnverhandlungen des Einzelhandels spielen, sagte Verdi-Chef Frank Bsirske am Mittwoch in Berlin am Rande einer Konferenz von 800 Betriebsräten der Branche. Sollte die Regierung auf der Lockerung des Gesetzes bestehen, würden Streiks im Einzelhandel wahrscheinlicher. Bsirkse kündigte zudem regionale Demonstrationen gegen die Pläne ab Mitte Februar an. Auch eine bundesweite Kundgebung werde vorbereitet. In der Woche ab dem 24. Februar seien in zahlreichen Unternehmen während der Arbeitszeit zusätzliche Betriebsversammlungen geplant.

Die Tarifverhandlungen für die zweieinhalb Mill. Beschäftigten des Einzelhandels beginnen im März und werden auf Länderebene geführt. Nach den Plänen der Bundesregierung soll die Lockerung des Ladenschlussgesetzes bereits zum 1. April in Kraft treten. Wenn das Gesetz Bundestag und Bundesrat passiert, dürfen Geschäfte samstags bis 20.00 Uhr statt bislang bis 16.00 Uhr öffnen. Verdi fürchtet, dass sich mit den längeren Öffnungszeiten der Umsatz immer mehr in die großen Einkaufcenter verlagert. Bsirske betonte, durch längere Öffnungszeiten entstünden keine neuen Arbeitsplätze oder zusätzliche Nachfrage, wie Rot-Grün glauben zu machen versuche.

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