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17.01.2001

19:20 Uhr

Auf mittlere Sicht bleiben Analysten skeptisch gegenüber High-Tech-Titeln

Intel beflügelt weltweit Technologieaktien

Technologietitel haben am Mittwoch kräftig Auftrieb erhalten. Intel-Quartalszahlen, die den Erwartungen entsprachen, nährten die Hoffnung, dass die Talfahrt der Technologieaktien vorerst beendet ist.

gil/tmo DÜSSELDORF/FRANKFURT. Die Kurse der High-Tech-Aktien sind am Mittwoch zeitweise kräftig gestiegen. Analysten zufolge reagierten die Börsen in den USA, Europa und Japan positiv auf das Ergebnis von Intel im vierten Quartal 2000. Der weltgrößte Hersteller elektronischer Bauelemente hatte die zuvor reduzierten Erwartungen der Analysten erfüllt. Die am Dienstag nach Handelsschluss in den USA vorgelegten Zahlen beflügelten den Kurs. Er stieg um rund drei Prozent.

Die positive Stimmung übertrug sich auch auf andere High-Tech-Titel. So zählte Infineon zu den Gewinnern im Deutschen Aktienindex (Dax). Auch andere Technologieaktien wie SAP und Siemens legten kräftig zu. Oben auf den Kauflisten standen auch die Titel der Deutschen Telekom. Am Neuen Markt gewann der alle Werte umfassende Index Nemax mehr als sieben Prozent. In New York stieg die Nasdaq zeitweise um rund fünf Prozent, verlor zum Handelsende jedoch etwas an Schwung.

Trotz der Erholungstendenz sind Analysten unsicher, ob die monatelange Talfahrt der einstigen Stars aus den so genannten TMT-Branchen (Technologie, Medien und Telekommunikation) beendet ist. "Ich glaube, dass die Abwärtsspirale momentan erst mal gebrochen ist", sagte André Jäkel, Technologieexperte der BHF-Bank. "Aber die Gefahrenpotenziale sind noch keineswegs gebannt", fügte er hinzu. Derzeit profitierten die Aktienkurse von der Zinssenkung durch die US-Notenbank, sagte Aktienstratege Ben Funnell von der Investmentbank Morgan Stanley Dean Witter. Niedrigere Zinsen stützen grundsätzlich die Aktienkurse. Denn sie machen Unternehmenskredite billiger und lassen Anleihen als Anlagealternative weniger attraktiv erscheinen. Morgan-Stanley-Stratege Funnell erwartet daher kurzfristig Kursgewinne für hoch verschuldete Unternehmen, wozu viele Telekomkonzerne zählen.

Als größten Risikofaktor nennen Analysten die Unsicherheit über die Konjunkturaussichten in den USA und weltweit. Sie dürften die Unternehmensgewinne stark bestimmen. "Negative Nachrichten für das erste und zweite Quartal sind schon weitgehend in den Kursen enthalten", sagte der technisch orientierte Analyst Wieland Staud. Er befürchtet aber erneute Kursrückschläge, falls die erhoffte Konjunkturerholung in der zweiten Jahreshälfte ausbleibt.

Der negative Ausblick von Intel löste am Mittwoch keinen Kurseinbruch aus, was für eine bereits niedrige Erwartungshaltung spricht. Der Chiphersteller aus dem kalifornischen Santa Clara prognostiziert für das erste Quartal einen gegenüber dem vierten Quartal 2000 um 15 Prozent geringeren Umsatz. Die Gewinnmarge werde von 62 auf 58 Prozent sinken.

Derzeit leidet das Geschäft besonders unter der schwachen Nachfrage nach Computern. "Die nachlassende Konjunktur auf den Weltmärkten hat das vierte Quartal negativ beeinflusst und erschwert den Geschäftsausblick erheblich", kommentierte Intel-Chef Craig Barrett die Zahlen. Doch in der zweiten Jahreshälfte soll das Geschäft wieder besser laufen. Falls sich diese Hoffnung allerdings nicht bestätigt, befürchten Analysten erneute Verluste für die Intel-Aktie.

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