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20.06.2000

12:34 Uhr

Auf Taiwan ruhen große Hoffnungen

Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Hongkong und China

Die Fondsmanager aus den Häusern Invesco und Activest konzentrieren sich an den Börsen in Hongkong und China auf Titel aus den traditionellen Wirtschaftsbranchen. Trotzdem zählt der eine oder andere High-Tech-Wert in ihren Portefeuilles zu den wichtigsten Positionen. Bestes Beispiel ist China Telecom.

HB/vwd FRANKFURT/M. China ist der Asien-Markt der Zukunft: Das ist zumindest die Einschätzung von Invesco-Fondsmanager Billy Chan, der seinen Optimismus durch stattliche Gewinne in der Vergangenheit bestätigt sieht. Der Invesco-Fonds GT P.R. China Fund belegt mit einem Zwölfmonats-Wertzuwachs per Ende April von 53,47 % den achten Platz unter den Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Hongkong und China. Mit einem Verlust im April von "nur" 2,07 % schlug sich der Fonds im Vergleich zu den anderen Mitbewerbern sehr gut. Chan, der den Fonds der britischen Investmentfirma Invesco seit 1993 betreut, führt die gute Wertentwicklung darauf zurück, dass das Produkt ausschließlich in rein chinesische Firmen investiert. Diese dürften seiner Ansicht nach am meisten von der sich abzeichnenden Dynamik der Wirtschaft der Volksrepublik profitieren. Damit könne die sieben Jahre währende schwache Wachstumsperiode im laufenden Jahr enden.

Nur rein chinesische Aktien im Depot Das Gros der Aktien im Fonds werde in Hongkong als sogenannte "H"-Aktien gehandelt. Dabei handelt es sich um in Hongkong notierte Unternehmensanteile, deren Mehrheitseigner aber in der Volksrepublik ansässig seien. Laut Chan ist der Fonds zurzeit in den Bereichen Luftfahrt, Petrochemie und Telekommunikation übergewichtet. Hinzu kommen einige ausgewählte High-Tech-Werte. Ein Beispiel für ertragreiche Unternehmen in der Volksrepublik ist Chans Ansicht nach vor allem China Telekom, Chinas größter Mobilfunkbetreiber, der mit einem Anteil von 7,5 % am Depot die wichtigste Anlage ist. Der High-Tech Legend Holdings, -Wert der neben den eigenen Marken "Legend" und "QDI" auch ausländische Computerprodukte und Systemlösungen vertreibe, sei mit 4,3 % ein weiteres Schwergewicht im Portfolio. "Diese Firmen werden vor allem von der Verbreitung von Internet und PCs in China profitieren", prognostiziert der Invesco-Manager.

Auch der Geschäftsführer der Activest, Andreas Wölfer, bevorzugt für den von ihm betreuten Activest Lux Greater China Standardwerte der so genannten Old Economy gegenüber High-Tech-Aktien. Außerdem habe er den taiwanesischen Aktienmarkt aufgrund der außerordentlich guten Konjunkturentwicklung übergewichtet. Der Fonds der Hypo-Vereinsbank-Investmentgesellschaft Activest kommt mit einer Performance von 49,29 % auf den zehnten Platz. Taiwan Semiconductor ist einer der Favoriten Die Management-Strategie unterscheidet sich vom Invesco-Fonds in einem wichtigen Punkt: Taiwan ist laut Wölfer mit einem Länderanteil von 53 % am stärksten vertreten, Hongkong und China folgen mit 33 % bzw. knapp 14 %. Der Geschäftsführer: "Trotz des Erdbebens vom September vergangenen Jahres hat sich die Konjunktur in Taiwan außerordentlich gut entwickelt. Das Bruttoinlandsprodukt stieg 1999 um 6,8 % an, und die erhöhte Auslandsnachfrage nach Elektronikgütern und der starke private Konsum dürften auch dieses Jahr weiter steigen." Darüber hinaus sollten nach Ansicht von Wölfer die geplanten Deregulierungen in den Sektoren Banken- und Telekommunikation positive Effekte auf den Aktienmarkt haben. In China favorisiert er - ähnlich wie Invesco - Firmen aus den traditionellen Branchen, vor allem Fluglinien, Konsumwerte und Chemieunternehmen. Einer der am stärksten berücksichtigten Werte im Fonds ist allerdings neben Taiwan Semiconductor mit einem Anteil von fast 10 % auch China Telecom mit 8 %. Wölfer warnt zwar vor zu viel Euphorie für chinesische Aktien, etwa wegen der zögerlichen Umstrukturierung der Staatsbetriebe. Was Investoren aber zugute kommen könnte, sei das gute Wirtschaftsumfeld und vor allem der mögliche Beitritt der Volksrepublik zur Welthandelsorganisation (WTO).

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