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28.01.2003

12:49 Uhr

Auf über 30 Dollar

Ölpreis steigt vor Bush-Rede wieder

Der Ölpreis ist am Dienstag vor der Rede von US-Präsident George W. Bush zur Lage der Nation wieder über die psychologisch wichtige 30-Dollar-Marke geklettert. Die Androhung Iraks, für einen etwaigen Militärschlag Vergeltung üben zu wollen, treibe die Preise in die Höhe, sagten Händler.

Reuters LONDON. Ein Barrel (rund 159 Liter) der marktführenden Nordsee-Ölsorte Brent zur Lieferung im März verteuerte sich in London um 42 Cent auf 30,28 Dollar. Am Vorabend war der Preis nach der Vorlage des Irak-Berichts von dem Chef der UNO-Waffeninspektoren, Hans Blix, zeitweise unter 30 Dollar gesunken.

"Einige Händler achten darauf, ob die Kriegsgefahr tatsächlich nachgelassen hat und sichern sich ab für den Fall, dass die Rede zur Lage der Nation des US-Präsidenten aggressiver ausfällt als seine bisherige Rhetorik", sagte John Hirjee, Energie-Analyst bei der Deutschen Bank in Melbourne.

Der US-Präsident wird bei seiner Rede nach Angaben aus dem US-Präsidialamt vor beiden Häusern des Kongresses am Dienstag (Mittwoch 03.00 Uhr MEZ) weder eine Kriegserklärung gegen Irak noch eine Fristsetzung aussprechen. Aus US-Regierungskreisen hieß es, die USA wollten den UNO-Waffeninspektoren Geheimdienstmaterial zukommen lassen, damit sie effektiver suchen könnten. Die Inspektoren setzten unterdessen ihre Durchsuchungen in Irak fort.

Am Montag sagte der stellvertretende irakische Ministerpräsident Tarek Asis, sein Land könnte Kuwait angreifen, sollten von dort aus US-Truppen gegen Irak marschieren. Dem kanadischen Fernsehsender CBC sagte Asis, Irak werde Vergeltung an US-Truppen üben, "von wo auch immer sie ihre Aggression starten". Gleichzeitig sicherte er aber den UNO-Waffeninspektoren die von ihnen gewünschte engere Zusammenarbeit zu.

Vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UNO) in New York hatte Blix am Montag erklärt, Irak habe offenbar bis zum heutigen Zeitpunkt die Abrüstungsforderungen der UNO nicht wirklich akzeptiert. Das Land habe bislang nicht in vollem Umfang nachweisen können, dass es alle Massenvernichtungswaffen vernichtet hat.

Sorgen vor erheblichen Lieferengpässen bei einem lang anhaltenden Krieg in Irak, dem Land mit den zweitgrößten bekannten Ölreserven weltweit, und einer Fortsetzung des Streiks im Ölexportland Venezuela hatten den Ölpreis in den vergangenen Wochen nahe an ein Zwei-Jahres-Hoch deutlich über 30 Dollar getrieben. Die USA werfen Irak vor, Massenvernichtungswaffen zu besitzen. US-Außenminister Colin Powell hatte am Wochenende erneut betont, die USA würden Irak auch im Alleingang angreifen.

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