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14.01.2003

08:22 Uhr

Auflage der Boulevard-Zeitung sinkt unter vier Millionen

Springer will Preis für „Bild“-Zeitung erhöhen

Die "Bild"-Zeitung wird teurer. Voraussichtlich ab Mitte des Jahres will Europas größter Zeitungskonzern, der Springer-Verlag, den Preis für die Bundesausgabe seines Flaggschiffes um 10 Cents auf 0,50 Euro erhöhen.

lip HAMBURG. "Mein Ziel ist es, das wirtschaftliche Ergebnis von ?Bild? weiterhin zu verbessern. Dazu kann auch eine Preiserhöhung in Betracht kommen", sagt Christian Nienhaus, Verlagsleiter der Bild-Gruppe. Bereits im vergangenen Jahr sei das Betriebsergebnis um 5 % gegenüber dem Vorjahr gesteigert worden, obwohl der Anzeigenumsatz um 3 % zurückgegangen ist.

Hintergrund für die Preiserhöhung ist, dass der Verlag offenbar seine wirtschaftliche Situation verbessern muss. Denn die Deutsche Bank sucht mit Hilfe von Springer einen Investor für das 30-prozentige Aktienpaket, das das Finanzinstitut als Pfand für einen Kredit der insolventen Kirch-Gruppe erhalten hatte. Möglicherweise soll das Paket noch in diesem Jahr an die Börse gebracht werden. Der Verlagsriese rechnet für 2002 mit schwarzen Zahlen und hofft 2003 auf weitere Ergebnisverbesserungen. Der Springer-Konzern hatte 2001 mit 198 Mill. Euro den ersten Verlust in seiner 50jährigen Geschichte eingefahren.

Die Entscheidung für die geplante Preiserhöhung bei Bild trifft der Konzern in einem ungünstigen Umfeld. Wegen der schlechten konjunkturellen Lage und hoher Arbeitslosenzahlen ist die Auflage im vierten Quartal 2002 erstmals seit 28 Jahren unter die magische Vier-Millionen-Grenze gerutscht. Sie liegt nach Angaben der IVW bei 3,952 Millionen Exemplaren.

Bereits im ersten Quartal diesen Jahres rechnet Verlagsleiter Nienhaus aber wieder mit einer Auflage von über vier Millionen Exemplaren. Über die voraussichtliche Entwicklung des Gesamtjahres machte er aber keine Angaben. Unterdessen bemüht sich der Verlag, trotz der jüngsten Einigung mit den Grossisten neue Vertriebswege zu erschließen. Danach soll die Boulevard-Zeitung beim Discounter Aldi, der Ladenkette Plus und dem Brötchenfilialisten Kamps verkauft werden. Nienhaus bestätigte Gespräche mit verschiedenen Interessenten, wollte die Namen aber nicht nennen.

Quelle: Handelsblatt

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