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04.07.2000

16:38 Uhr

Auflagen des Kartellamtes zur Fusion RWE/VEW

VEW begrüßt Fusions-Entscheidung des Kartellamtes

Der VEW-Konzern begrüßt die Fusionsfreigabe mit RWE durch das Bundeskartellamt. Allerdings ist die Fusion an Auflagen geknüpft.

dpa/adx DORTMUND/BONN. Der VEW-Konzern hat in einer ersten Stellungnahme in Dortmund die mit Auflagen behaftete Fusionsfreigabe durch das Bundeskartellamt begrüßt. Nun sei endgültig der Weg für den neuen RWE-Konzern frei. "Dadurch entsteht eine der leistungsfähigsten und größten Energiekonzerne Europas", sagte ein Unternehmenssprecher.

Die Fusion der Stromkonzerne RWE und VEW wurde vom Bundeskartellamt nur unter weitreichenden Auflagen genehmigt. Erklärtes Hauptziel ist es, unter dem Dach der VEAG einen starken Wettbewerber in Ostdeutschland aufzubauen.

Der am Dienstag in Bonn verkündete Beschluss steht im engen Zusammenhang mit der von der EU-Kommission parallel entschiedenen Fusion von VEBA und VIAG zu E.ON . Die Entscheidung der Bonner Wettbewerbshüter gliedert sich in die Bereiche Strom, Gas und Entsorgungswirtschaft.

Im Strombereich müssen RWE/VEW einerseits und VEBA/VIAG andererseits ihre Beteiligungen an der ostdeutschen VEAG und der Braunkohle-Gesellschaft Laubag veräußern, und zwar an "ein und denselben Dritten", wie Kartellamts-Chef Ulf Böge erläuterte. Auf das ansonsten zu erwartende Duopol mit einem Marktanteil von 80 % soll Wettbewerbsdruck von Außen erzeugt werden. Hinzu kommt der Verkauf des ostdeutschen Regionalversorgers envia.

Die Kundenabrechnung muss in Abhängigkeit von der Spannungsebene zeitlich gestaffelt auf ein System getrennter Rechnungslegung umgestellt werden. Die Umstellung gilt für Hochspannungskunden bereits ab Anfang September, für Haushalte dagegen erst ab 1. Juli 2001. Damit soll die Möglichkeit von Quersubventionen im neuen RWE-Konzern von vornherein unterbunden werden. Der Marktzutritt für netzunabhängige Anbieter wird erleichtert.

Im Gasbereich muss RWE Beteiligungen an der Spreegas in Cottbus und der Gaso in Dresden veräußern. In Nordrhein-Westfalen müssen die von RWE beherrschte Thyssengas und die VEW-Tochter WFG den Zugang zu ihren Netzen verbessern.

In der Entsorgungswirtschaft wäre es nach Einschätzung des Bundeskartellamtes durch eine Fusion ohne Auflagen zu einer marktbeherrschenden Stellung in Nordrhein-Westfalen gekommen. Daher müssen die Anteile an der Entsorgung Dortmund GmbH, an der Müllverbrennungsanlage Hamm und der Interseroh AG in Köln veräußert werden.

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