Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.01.2003

13:33 Uhr

Aufmarsch am Golf geht weiter

IAEA: Inspektionen in Irak könnten ein Jahr dauern

Die Waffeninspektionen der Uno in Irak könnten nach Angaben der beteiligten Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) ein Jahr dauern. IAEA-Sprecher Mark Gwozdecky sagte am Montag in einem Interview des Senders CNN zudem, es lohne sich zu warten, um einen Krieg zu verhindern. Darum bemüht sich Saudi-Arabien, das nach eigenen Angaben eine Friedensinitiative startete.

Die Waffeninspektoren könnten noch lange im Irak unterwegs sein. Foto: dpa

Die Waffeninspektoren könnten noch lange im Irak unterwegs sein. Foto: dpa

Reuters LONDON/BAGDAD. Die USA setzen dessen ungeachtet ihren Aufmarsch am Golf fort und wollen die Zahl der ihrer Soldaten mehr als verdoppeln. Nach einem Zeitungsbericht hat die US-Regierung Beweise für einen geplanten Anschlag auf ein Flugzeug für den Truppentransport in die Golf-Region.

Gwozdecky sagte dem Sender, IAEA-Chef Mohamed ElBaradei und Uno-Waffeninspekteur Hans Blix hätten klar gesagt, dass die Kontrollen in Irak etwa ein Jahr dauern könnten. "Es ist eine viel bessere Möglichkeit, ein wenig länger zu warten als Krieg zu führen", sagte Gwozdecky. Je länger die Inspektoren vor Ort seien, desto wahrscheinlicher sei es, dass sie etwas fänden. Der Uno-Sicherheitsrat habe den Inspektoren einstimmig die notwendige Zeit für die Kontrollen zugestanden. "Sie sind bereit, uns die Zeit zu geben, die wir benötigen."

Bei Bericht geht es nicht um "Alles oder nichts"

Die Inspektoren waren Ende November nach Irak zurückgekehrt. Sie sollen überprüfen, ob das Land entgegen den Uno-Auflagen Massenvernichtungswaffen besitzt oder produziert. Am Montag suchten Raketenexperten ein Armeegelände in Falludscha, rund 60 Kilometer westlich von Bagdad, auf. Blix und ElBaradei wollen am 27. Januar einen umfassenden Bericht über die Waffenkontrollen in Irak vorlegen. Gwozdecky sagte, es gebe Missverständnisse über die Bedeutung des Termins. Es gehe nicht um die Frage "Alles oder Nichts". Der Sicherheitsrat habe einen Bericht und nicht die Antwort auf alle Fragen gefordert.

Zu der saudiarabischen Friedensinitiative sagte Kronprinz Abdullah am Sonntag, sein Land habe den "Brüdern in den arabischen Ländern Vorschläge unterbreitet und sie gebeten, diese als Grundlage für ein Gipfeltreffen zu akzeptieren." Er glaube nicht, dass es zu einem Krieg komme. Sollten die saudiarabischen Vorschläge akzeptiert werden, dann würden viele Probleme gelöst.

Auch Papst Johannes Paul II. sieht nach eigenen Angaben noch die Chancen dafür, einen Krieg abzuwenden. "Nein zum Krieg! Krieg ist niemals unvermeidbar. Es ist immer eine Niederlage für die Menschlichkeit", erklärte das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche am Montag.

Irak hat Vorwürfe der USA zurückgewiesen, über Massenvernichtungswaffen zu verfügen. Die USA haben angedroht, Irak notfalls mit militärischen Mittel abzurüsten. US-Präsident George W. Bush hat den Sturz des irakischen Präsidenten Saddam Hussein zum Ziel seiner Politik erklärt. Die USA hatten am Wochenende angekündigt, ihre Truppenstärke in der Region auf 150 000 Soldaten zu erhöhen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×