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14.07.2000

17:48 Uhr

Tainan/Peking, 14. Jul (Reuters) - Taiwans Präsident Chen Shui-bian hat China auf einer Militärfeier ständige militärische Provokationen vorgeworfen. Das kommunistische China nutze immer wieder Militärmanöver, um für Spannungen in der Meerenge zwischen dem Festland und Taiwan zu sorgen, sagte Taiwans Präsident Chen Shui-bian am Freitag in Tainan. Dort wurden Kampfflugzeuge des Typs IDF in Dienst gestellt, die Taiwan in eigener Regie mit Milliardenaufwand entwickelt und gebaut hat. Die Maschinen sollen US-Kampfflugzeuge vom Typ F-5E ersetzen. US-Verteidigungsminister William Cohen rief China zum Abschluss seines dreitägigen Besuchs in der Volksrepublik dazu auf, die Chance zum Dialog mit Taiwan zu ergreifen.

Chen sagte, um eine Invasion durch China abzuwenden, müsse die Verteidigungskraft der taiwanischen Luftwaffe ständig gestärkt werden. Taiwan verfügt nunmehr über 130 IDF-Jets, die in den 80er Jahren entwickelt wurden. Ursprünglich war der Bau von 250 Maschinen geplant gewesen. Doch nach dem Ankauf von in den USA gefertigten Maschinen des Typs F-16 sowie französischen Mirage 2000 Kampfflugzeugen wurde die Bedarfsplanung heruntergefahren.

Der im März zum Präsidenten gewählte Chen hatte China ein Gipfeltreffen nach dem Vorbild der beiden koreanischen Staaten vorgeschlagen, war in Peking jedoch auf Ablehnung gestoßen. Die kommunistische Führung fordert als Vorbedingung, dass Taiwan sich zunächst zum Alleinvertretungsanspruch der Volksrepublik für ganz China bekennt. China betrachtet Taiwan als abtrünnige Provinz und hat bereits mehrfach mit einer Invasion gedroht, sollte sich das Land für unabhängig erklären.

US-Verteidigungsminister Cohen sagte zum Abschluss seiner China-Reise in Peking, die Volksrepublik solle die Chance ergreifen, die Spannungen mit Taiwan abzubauen. Nach der Wahl Chens ergebe sich für China die Möglichkeit, mit der neuen Regierung in Taipeh ins Gespräch zu kommen. Falls China zu lange warte, werde die Chance auf Dialog womöglich leichtfertig vertan.

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