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15.02.2002

16:47 Uhr

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Aufstand gegen Strompreiserhöhungen

Industrielle Stromabnehmer in Deutschland wollen sich Verbandsangaben zufolge geplanten Preiserhöhungen großer Energieversorger widersetzen.

rtr ESSEN. Der Verband der industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) werde das Thema in den nächsten Wochen mit den Stromversorgern diskutieren, sagte VIK Fachreferent Carsten van Plüer der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag auf der Energiemesse E-World in Essen. Der Verband habe wegen der Preiserhöhungen auch schon mit dem Bundeskartellamt Kontakt aufgenommen, Mitglieder hätten den VIK jüngst darauf hingewiesen, dass Eon, EnBW und RWE die Entgelte für die Netznutzung erhöhen würden. Diese Gebühren sind Teil des gesamten Strompreises. Sie werden nach Angaben der Versoger erhoben, um die Kosten für die Lieferung von Regelenergie auszugleichen. Stromabnehmer müssen Regelenergie zukaufen, wenn ihre Nachfrage über die fest vereinbarten Abnahmemengen hinaus geht.

Nach Recherchen des VIK seien die Preissteigerungen allerdings nicht gerechtfertigt, sagte van Plüer. Wenn es zwischen den Kraftwerken genügend Wettbewerb bei der Regelenergielieferung gebe, müsse man der Frage auf den Grund gehen, warum die Regelenergie so teuer sei. Die VIK-Mitglieder forderten mehr Wettbewerb und günstigere Preise.

Eon habe nach Angaben des VIK die Gebühren für Regelenergielieferungen im Höchstspannungsnetz (220 Kilovolt und 380 Kilovolt) zum 1. Februar um 18 bis 19 % erhöht. Die Nutzung des Hochspannungsnetzes (110 Kilovolt) sei um acht Prozent teurer geworden. EnBW habe die Preise im Höchstspannungsnetz zum 1. Februar um zwölf Prozent erhöht. RWE plane für Mai Steigerungen im Höchstspannungsnetz um fünf bis sechs Prozent beziehungsweise 13 %. Strom wird dadurch auch im Mittel und Niederspannungsnetz teurer.

Der VIK erklärte weiter, die Entwicklung widerspreche dem Geist der zwischen Erzeugern und Verbrauchern erst im November geschlossenen Verbändevereinbarung VV2plus. In der Selbstverpflichtung war zuletzt eine Senkung der Netznutzungsentgelte als Ziel festgeschrieben worden.

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