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17.01.2002

11:00 Uhr

Auftragsbestand sinkt

MAN übertrifft eigene Umsatzerwartungen

Der Münchener Nutzfahrzeug- und Maschinenbau-Konzern MAN hat 2001 die schwache Konjunktur zu spüren bekommen, die eigenen Umsatzprognosen und die Erwartungen der Märkte aber übertroffen. Der Umsatz sei mit 16,24 Mrd. Euro elf Prozent höher ausgefallen als im letzten vollen Geschäftsjahr 1999/2000 (zum 30. Juni), teilte MAN am Donnerstag in München mit.

Reuters MÜNCHEN. Doch habe der Auftragseingang mit 15,69 (15,64) Mrd. Euro stagniert. Umsatz und Aufträge hatte MAN zuletzt jeweils bei 15,5 bis 16,0 Mrd. Euro erwartet. An der mehrfach heruntergeschraubten Gewinnprognose von 200 Mill. Euro vor Steuern hält MAN fest. Die MAN-Aktie stieg zunächst um 3,4 % auf 25,50 Euro.

"Wir haben noch nicht zu Ende gerechnet", sagte ein Sprecher von MAN in München. Zu der Ergebnisprognose gebe es daher "keine neuen Erkenntnisse". Ursprünglich hatte MAN vor Steuern rund 600 Mill. Euro Gewinn erwartet, war dann aber vom Abschwung der Konjunktur hart getroffen worden und hatte die Prognose drei Mal nach unten korrigiert. Bei Umsatz und Auftragseingang war MAN im Frühjahr noch von je 16,5 Mrd. Euro ausgegangen. Analysten hatten teilweise sogar mit Umsatzrückgängen gerechnet.

Beim Auftragseingang verhalfen letztlich nur die Effekte aus Zukäufen der vergangenen eineinhalb Jahre dem Münchener Konzern noch zu einer schwarzen Null. Der Sprecher verwies auf den immer noch hohen Auftragsbestand, mit dem MAN ins neue Jahr gegangen sei. Mit 10,4 Mrd. Euro lag er um fünf Prozent unter dem Niveau vom Jahresende 2000.

Auch im laufenden Jahr rechnet MAN nicht mit einer Erholung. "Das wird ein schwieriges Jahr", hatte MAN-Vorstandschef Rudolf Rupprecht bereits im November angekündigt. Für den europäischen Lkw-Markt rechnet der Vorstandschef der zuletzt verlustreichen Nutzfahrzeug-Sparte, Hakan Samuelsson mit einem Rückgang um zehn Prozent. Zudem muss die MAN Nutzfahrzeuge AG einen Personalabbau um 4000 Stellen und eine umfassende Umstrukturierung stemmen.

Nur das relativ gute Geschäft im Ausland bewahrte MAN vor größeren Einbußen. Während der Umsatz im Inland stagnierte und der Auftragseingang sogar um elf Prozent schrumpfte legte das Volumen im Ausland um 16 %, die Orders um fünf Prozent zu. Fast drei Viertel des Geschäfts macht MAN damit bereits außerhalb der deutschen Grenzen.

Ohne die Akquisitionen bei der MAN Nutzfahrzeuge AG und in der Dieselmotoren-Sparte wäre der Auftragseingang nach Angaben eines Sprechers im Konzern um vier Prozent rückläufig gewesen. Auch der Umsatzzuwachs war fast zur Hälfte nicht auf internes Wachstum zurückzuführen. Der Umsatz mit Lastwagen und Bussen stieg nach den Übernahmen von Neoplan und der britischen ERF um 17 % auf 6,76 Mrd. Euro, die Aufträge stagnierten. Im Diesel-Bereich führte die Übernahme der britischen MBD von Alstom zu einem Umsatzwachstum von 28 % und 25 % Auftragsplus. Bei Druckmaschinen (MAN Roland)) und bei den Industriellen Dienstleistungen holte MAN dagegen fünf beziehungsweise sieben Prozent weniger Aufträge herein.

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