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10.01.2001

16:50 Uhr

Auktionen kosten jetzt

Analysten warten auf neue Strategien bei Yahoo

VonMelanie Volberg (Handelsblatt.com)

Yahoo steht und fällt mit der Stimmung am Internetmarkt. Das gilt aber auch umgekehrt. Die Analysten beklagen die Umsatzabhängikeit Yahoos von den Dot.coms. Auf der anderen Seite hängt die Börsenstimmung der Internetwerte entscheidend von Yahoo ab.

DÜSSELDORF. Yahoo finanziert sich zu 90 % aus Werbeeinnahmen. Wenn die Konjunkturaussichten schlechter werden, setzen die Unternehmen aber zuerst den Rotstift bei der Werbung an. Die Analysten sind daher sehr skeptisch, dass das Internetportal die Wende schafft. Erschwerend kommt hinzu, meint Frederick Altmann von Hornblower Fischer, dass die Kunden von Yahoo zu 47% aus den kränkelnden Dot.coms bestehen.



Die Börsenbilanz von Yahoo klingt daher auch eher wie ein Horrorszenario. Im Verlauf des letzten Jahres hat der Titel knapp 90% verloren. Der Kurs hat nur eine Richtung: Abwärts. Jede schlechte Nachricht am Internetmarkt hat den Titel am Neuen Markt weiter heruntergezogen. An Yahoo erkennt man die "Internethysterie" wie der Analyst Henry Blodget von Merrill Lynch die Marktbewegungen nennt. Er erwartet für dieses Jahr einen geringeren Gewinn als erwartet. Das Papier könnte dabei auf 20 US-$ fallen.

Laut First Call (einem Unternehmen, das Prognosen von Wall-Street Analysten auswertet) liegen die durchschnittlichen Gewinnerwartungen bei 13 Cents pro Aktie. Die nicht offiziellen Flüsterschätzungen liegen bei lediglich 12 Cents. Den negativen Trend sieht auch Emil Heppel von der Bankgesellschaft Berlin: " Die Werbeausgaben in den USA wurden bereits gesenkt". Das habe ihm Werbezeitenvermarkter Doubleclick bestätigt. Frederick Altmann meint, dass der Markt derzeit ungewöhnlich pessimistisch sei. Yahoo wäre immer noch für eine positive Überraschung gut. Er glaubt, dass jetzt nur noch neue Strategien der Aktie helfen können. Hier sieht er Changen im E-Commerce. Gebühren für den Auktionsbereich zu erheben - wie es Yahoo seit heute praktiziert - hält er für einen Weg. Yahoo berechnet dafür Gebühren zwischen 2.25 und 20 US-$.

eBays Position wird gestärkt



Die Analysten von Robertson Stephens finden diese Strategie gut; meinen aber trotzdem, das sich die Anzahl der Auktionen bald dramatisch verringern wird. Viele Kunden würden zu eBay und Amazon überlaufen. Auch wenn sich dieser Schritt langfristig auszahlen werde, würde er erst einmal die Führung von eBay sichern. Frederick Altmann hält es aber für grundsätzlich positiv, dass sich Amazon endlich aus seiner Abhängigkeit von den Werbeeinnahmen läst. Das Internetportal sei "thematisch breit angelegt", so dass sich genügend "Spielraum für neue E-Commerce Aktivitäten" ergebe. Fazit: Nur ein neues E-Commerce Konzept wird die Analysten langfristig überzeugen. Auf solche Nachrichten wartet der Markt heute. Mit guten Nachrichten könnte das Unternehmen die ganze, leidende Internetbranche beflügeln.

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