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19.03.2003

14:20 Uhr

Aus für deutsche Mannschaften

RTL kippt Liveübertragung der Champions-League

Das Champions-League-Aus von Borussia Dortmund ist für den Fernsehsender RTL ein teures Ärgernis. Ohne deutsche Mannschaft drohen dem erfolgsverwöhnten Sender an den verbleibenden fünf Spieltagen ein Quoten-Desaster und ein weiteres Millionen-Minus mit den teuren Rechten.

HB/dpa HANNOVER. Deutschlands erfolgreichster TV-Kanal will deshalb aus der Live-Berichterstattung aussteigen. "Wir sind in Gesprächen mit dem Vermarkter Team", sagte am Mittwoch RTL-Sprecher Matthias Bolhöfer. Es gebe aber noch keine Entscheidung. Wenn eine Sendung zu wenig Zuschauer hat, wird sie umgehend aus dem Programm gestrichen. Nach diesem simplen Muster verfährt der Marktführer aus Köln ebenso wie die Konkurrenz. Beim Fußball geht das allerdings nicht so einfach. Der laufende Vertrag mit der Schweizer Vermarktungsagentur Team verpflichtet RTL, auch die restlichen Mittwoch-Spiele live zu zeigen.

Den vorhersehbaren Ärger mit der UEFA und mit Team nimmt RTL offensichtlich in Kauf. Im vergangenen Jahr hatte der Sender bereits einmal gegen die Abmachungen verstoßen und das Halbfinale zwischen Barcelona und Madrid nicht live, sondern nur zeitversetzt gezeigt. Die UEFA hatte daraufhin Schadenersatz verlangt. "Die juristische Auseinandersetzung ist noch nicht beendet", sagte RTL-Sprecher Bolhöfer. Zu Überlegungen, zumindest einen Teil der Free-TV-Rechte der verbleibenden fünf Spieltage an andere Sender wie etwa dem Deutschen Sport-Fernsehen (DSF) weiterzuverkaufen, hieß es bei RTL: "Kein Kommentar."

Grundsätzlich ist RTL aber in keiner schlechten Verhandlungsposition. Nach derzeitigem Stand will kein großer Sender in den kommenden Jahren die Champions League zeigen. Deshalb befindet sich Team nicht wie früher in einer starken Position, sondern in einer Zwickmühle. Bisher haben mit Premiere, DSF und Tele 5 nur ein Pay-TV-, ein Sparten- und ein Mini-Sender Angebote für die vier Spielzeiten bis 2007 abgegeben. RTL ließ die Frist wegen der großen Verluste verstreichen. Jetzt könnte der Sender für Team und UEFA, die vor allem mit Hinblick auf die Sponsoren ein Hauptprogramm für die Champions League brauchen, wieder ein wichtiger Ansprechpartner werden.

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