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24.01.2002

18:13 Uhr

Aus Moderatoren sollen TV-Stars werden – Lukrative Lizenzeinnahmen

Viva baut mit Brainpool auf Erfolgsmodell Raab

VonPETRA SCHÄFER

Die Fernsehproduktionsgesellschaft Brainpool TV ("Stefan Raab", "Die Wochenshow") soll aus Moderatoren des Videoclip-Kanals Viva Show-Stars in großen Privat-Sendern machen.

KÖLN. "Brainpool ist eine konsequente Fortsetzung unserer Wertschöpfungskette bis in das große Fernsehen hinein", sagte Dieter Gorny, Chef der Brainpool-Muttergesellschaft Viva Media AG, im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Das scheinbar neue Geschäftsmodell ist ein altes Rezept: Stefan Raab, gefeierter Entertainer mit der täglichen Show "TV Total" auf dem Kirch-Sender Pro Sieben und Goldesel der Brainpool-Produktionsfirma, war vor seiner Show-Karriere im Viva-Musikprogramm als Moderator erfolgreich. Jetzt gehört Brainpool zu Viva, und der Musiksender kann so auch von den Lizenzeinnahmen der TV-Stars profitieren. Mit Sendelizenzen für die Raab-Blödel-Show erwirtschaftete Brainpool im abgelaufenen Jahr einen Umsatz von 25 Mill. Euro.

Viva-Chef Gorny hält den im vergangenen November eingefädelten Aktien-Deal zur Übernahme der TV-Produktionsfirma für einen wichtigen Schritt nach vorne. Der Besitz einer Produktionsfirma sei eine der wenigen Möglichkeiten, "auf dem deutschen Markt zu Wachstumsraten zu kommen." Denn bislang sei die Viva-Gruppe einseitig vom Werbemarkt abhängig. Und der steckt bekanntlich immer noch tief in der Krise. Gorny: "Mit den Lizenzeinnahmen rutscht die Abhängigkeit vom deutschen Werbemarkt von fast 90 % auf rund 50 %". Für 2002 prognostiziert die Viva-Gruppe einen Gewinn (Ebit) von 64 Mill. Euro.

Allerdings kommt Gorny der Brainpool-Einkauf zumindest kurzfristig teuer zu stehen. Denn der Wert des Geschäfts beläuft sich auf 44 Mill. Euro in Aktien. Demgegenüber wird für die TV-Produktion im letzten Geschäftsjahr ein Defizit von 12 Mill. Euro prognostiziert. Das Minus resultiert größtenteils aus einem misslungenen Ausflug Brainpools in das Zeitschriften-Geschäft. Zudem droht noch eine Strafe in Höhe von 588 000 Euro des Privatsenders RTL gegen Brainpool und Raab wegen unerlaubt genutzten Bildmaterials.

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