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19.01.2001

14:52 Uhr

vwd TORONTO. Die Augsburg Airways GmbH wird ihre Flotte von Regionalflugzeugen um zunächst vier 72-sitzige Turboprop-Maschinen des Typs Bombardier Dash 8Q-400 aufstocken. Wie Augsburg-Airways-Geschäftsführer Olaf Dlugi anlässlich der Vertragsunterzeichnung und Übernahme der ersten beiden Dash 8Q-400 vom Hersteller Bombardier Aerospace in Toronto sagte, hat die Aufstockung ein Gesamtvolumen von 80 Mill. $. Eine Maschine der bislang insgesamt fünf fest georderten Dash 8Q-400 zum Listenpreis von knapp 20 Mill. $ ersetze ein älteres Flugzeug vom Typ Dash 8-100. Darüber hinaus verfüge Augsburg Airways noch über zwei Optionen.

Dlugi gehe davon aus, dass die Optionen eingelöst und zugleich weitere Dash 8Q-400 bestellt werden: "Ideal wäre eine Flotte von zehn 400ern". Von den neuen Flugzeugen verspricht sich Dlugi eine Umsatz- und Ertragssteigerung. Die Dash 8Q-400 werde eine wirkliche "Cash-Cow" sein, unterstrich er. Gegenüber dem bislang größten Flugzeug vom Typ 8Q-300 mit 55 Plätzen müsse Augsburg bei der 8Q-400 für den selben Ertrag nur vier Plätze mehr verkaufen. Somit verbleibe pro Flug ein Ertragspotenzial von 18 Sitzplätzen. Zugleich bedauerte Dlugi, dass die 400er auf Grund des trotz gesicherter Finanzierung noch nicht beschlossenen Ausbaus des Augsburger Flughafens nicht von dort aus operieren könne.

Kein juristisches Vorgehen gegen Lufthansa-Einstieg bei Eurowings

Die hauptsächlich unter dem Franchise-System "Team Lufthansa" für die Lufthansa AG, Köln, operierende Augsburg Airways sieht den Einstieg von Lufthansa bei dem Konkurrenten Eurowings gelassen: Dlugi nannte die Lufthansa-Entscheidung "leicht nachvollziehbar". "Eine Partnerschaft, die durch einen zusätzlichen Partner aus dem Gleichgewicht gebracht würde, wäre das Papier nicht wert, auf dem sie steht", fügte Dlugi hinzu. Derzeit liefen startegische Gespräche aller Team-Lufthansa-Partner mit der Lufthansa über eine mögliche Neuordnung der Strecken, fügte er hinzu. Ein juristisches Vorgehen gegen den Lufthansa-Einstieg bei Eurowings wie vom Konkurrenten Deusche BA geplant schloss Dlugi daher kategorisch aus.

Für das Jahr 2000 stellte Dlugi erneut ein positives Ergebnis in Aussicht, das er jedoch nicht näher beziffern wollte. Er gestand jedoch ein, dass dieses nur auf Grund von außerordentlichen Buchgewinnen realisiert wurde. Operativ sei die Airline 2000 wegen des hohen Ölpreises und des Dollarkurses in die roten Zahlen gerutscht. Der Ölpreis habe die Spritkosten um 8 Mill. DM nach oben getrieben, wodurch die Gesamtkosten um rund vier Prozent gestiegen seien, erläuterte Dlugi. Dennoch zeigte sich der Geschäftsführer für das Jahr 2001 zuversichtlich. Durch die Einführung der Dash 8Q-400 werde sich die Produktivität "gewaltig erhöhen".

Zudem sei für das Jahr ein Dollarkurs von 2,20 DM unterstellt, so dass von dieser Seite aller Voraussicht nach kein Ungemach für die Airline drohe. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir 2001 wieder operativ schwarze Zahlen schreiben werden", unterstrich Dlugi. Die Fluggesellschaft Augsburg Airways befindet sich zu 100 % im Besitz der Haindl Papier GmbH und beschäftigt derzeit rund 500 Mitarbeiter.

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