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03.04.2003

14:39 Uhr

Ausbildungskatastrophe

Neue Initiativen gegen dramatischen Lehrstellenmangel

Die Bundesregierung will mit einer neuen Ausbildungsplatzoffensive auf den dramatischen Lehrstellenmangel reagieren. Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) sagte am Donnerstag im Bundestag, Ziel bleibe es, dass alle ausbildungswilligen Jugendlichen auch einen Ausbildungsplatz erhalten.

HB/dpa BERLIN. Derzeit fehlen statistisch mehr als 140 000 Lehrstellen. Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsplätze ist im März um mehr als 58 000 oder 13 Prozent zurückgegangen.

In einer Debatte zur Reform der beruflichen Ausbildung sprachen Vertreter von CDU/CSU und FDP angesichts dieser Zahlen von einer drohenden "Ausbildungskatastrophe". Sie warfen der Regierung vor, die Krise auf dem Ausbildungsmarkt "verschlafen" zu haben, und forderten eine umfassende Reform der beruflichen Bildung.

Bulmahn appellierte an die Wirtschaft, mehr Ausbildungsplätze zur Verfügung zu stellen. "Es kann und darf nicht sein, dass nur ein Drittel der Betriebe ausbildet." Zu den zusammen mit dem Wirtschaftsministerium geplanten Maßnahmen gehörten die Bereitstellung von Krediten für Betriebe, die ausbilden, und die Lockerung der Ausbildungsverordnung.

Katherina Reiche (CDU) und Cornelia Pieper (FDP) führten die Krise auf dem Ausbildungsmarkt auf die hohe Belastung der Unternehmen zurück. Reiche forderte deshalb eine steuerliche Entlastung der Ausbildungsbetriebe. Für die Grünen drohte Grietje Bettin mit gesetzlichem Druck, sollte die Wirtschaft nicht ausreichend Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen.

Die Industrie- und Handelskammern kündigten am Donnerstag ebenfalls eine Lehrstelleninitiative an. Vor allem kleinere und mittlere Betriebe sollen überzeugt werden, Ausbildungsplätze zur Verfügung zu stellen, kündigte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Ludwig Georg Braun, an. Er warnte allerdings davor, die Unternehmen mit der Drohung einer Ausbildungsplatzabgabe zu verunsichern.

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