Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.04.2003

19:39 Uhr

Ausblick am Donnerstag

MLP läßt Aktionäre leer ausgehen

"Vorstand und Aufsichtsrat der MLP AG haben in der heutigen Aufsichtsratssitzung beschlossen, für das Geschäftsjahr 2002 keine Dividende auszuschütten", teilte das Unternehmen am Mittwochabend mit.

Reuters HEIDELBERG. Für das Jahr 2001 hatte MLP noch 0,50 Euro je Aktie gezahlt. Zuvor war die Dividende zwölf Mal infolge erhöht worden. Der auf Hochschulabsolvenzen spezialisierte Versicherungs- und Vermögensberater bestätigte damit Informationen, die Reuters aus Finanzkreisen erhalten hatte. Am Donnerstag stellt sich MLP-Vorstandschef Bernhard Termühlen auf der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt den Journalisten.

Die im Deutschen Aktienindex notierte MLP-Aktie stieg am Mittwoch um 3,8 Prozent auf 8,77 Euro. An der Börse waren die Informationen über den Dividendenverzicht positiv aufgenommen worden. MLP hätte die Ausschüttung aus der Substanz zahlen müssen. Aufsichtsratschef und MLP-Mitbegründer Manfred Lautenschläger, der 33,5 Prozent am Unternehmen hält, entgehen durch den Dividendenausfall im Vergleich zum vergangenen Jahr 18,2 Millionen Euro, Termühlen (14,5 Prozent) 7,9 Millionen Euro.

Nach der gründlichen Bereinigung seiner umstrittenen Bilanz um vermeintlich risikobehaftete Posten hatte MLP vorläufigen Zahlen zufolge für 2002 einen Verlust vor Steuern von 114,5 (2001: plus 150,8) Millionen Euro ausgewiesen. Ohne die Abkehr vom Vorabverkauf von Forderungen aus Lebensversicherungen und ohne den Aufwand für den Verzicht auf die Rückversicherung des Lebensversicherungs-Geschäfts hätte das Ergebnis vor Steuern bei plus 31 Millionen Euro gelegen. Die bisherige Bilanzierung von MLP galt nach Ansicht von Experten als aggressiv, aber nicht außerhalb der Legalität. Dennoch sucht die Staatsanwaltschaft Mannheim nach Belegen für Unregelmäßigkeiten.

Für das laufende Jahr hatte Vorstandschef Termühlen bereits ein langsameres Wachstumstempo vorhergesagt. Statt um 30 Prozent soll das Geschäft um 20 Prozent zulegen. "Wir werden weniger heftig expandieren", hatte er im Februar angekündigt. Der Gewinn vor Steuern soll mindestens bei 65 Millionen Euro liegen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×