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13.01.2003

10:17 Uhr

Ausblick bleibt schwierig

Karstadt-Quelle-Umsatz besser als erwartet

Europas größter Warenhaus- und Versandhandelskonzern Karstadt-Quelle hat im Geschäftsjahr 2002 die Konsumflaute zu spüren bekommen und einen Umsatzrückgang verbucht. Dieser fiel aber nicht so stark aus wie befürchtet.

Reuters DÜSELDORF. Seine Gewinnprognose aus dem November bestätigte der Konzern. Die Börse honorierte die Zahlen mit einem Kursanstieg. Der Konzernumsatz sank nach vorläufigen Zahlen im vergangenen Jahr um 1,7 Prozent auf 15,8 Milliarden Euro, teilte KarstadtQuelle am Montag mit. Damit lag das Umsatzminus unter dem Rückgang von drei Prozent, den Karstadt-Quelle noch Mitte November erwartet hatte. Auch Analysten hatten mit einen deutlicheren Minus gerechnet. So hatte Hypo-Vereinsbank-Analyst Volker Bosse einen Rückgang um 2,4 Prozent auf 15,68 Milliarden Euro prognostiziert. Die Karstadt-Quelle-Aktie legte zu Handelsbeginn am Morgen um knapp fünf Prozent auf 17,27 Euro zu.

Minus in stationären Handel - Wachstum im Versand

Vor allem der Stationäre Einzelhandel des Konzerns mit Marken wie Karstadt und Hertie litt unter der Kaufzurückhaltung der Verbraucher. Im wegen des Weihnachtsgeschäfts zentralen vierten Quartal brach der Umsatz um 8,8 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro ein. Im Gesamtjahr betrug das Umsatzminus des Bereichs 8,5 Prozent. Deutliche Wachstumsraten bescherte dem Konzern dagegen der Versandhandel. Der Geschäftsbereich mit den Kernmarken Quelle und Neckermann erwirtschaftete im vierten Quartal ein Plus von 6,2 Prozent. Im Gesamtjahr kletterten die Erlöse um 5,1 Prozent auf 8,2 (7,8) Milliarden Euro. Quelle hatte 2002 wegen des 75-jährigen Firmenjubiläums mit zahlreichen Sonderangeboten geworben. Auch der Bereich E-Business legte deutlich zu. Die Nachfrage über das Internet kletterte um 53 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro.

Urban will Ergebnisprognose erreichen

Das Ergebnis vor Ertragssteuern und Firmenwertabschreibungen (Ebta) von 250 Millionen Euro, das Konzernchef Wolfgang Urban im November angepeilt hatte, soll damit erreicht werden. Durch den Umsatzverlauf im vierten Quartal sei diese Prognose abgesichert. Das vergangene Geschäftsjahr gilt als eine der schwierigsten Perioden in der Geschichte des deutschen Einzelhandels. Allein im vergangenen November hatte der deutsche Einzelhandel nach Zahlen des Statistischen Bundesamts ein reales Umsatzminus von sechs Prozent hinnehmen müssen.

Der Konkurrent Metro hatte 2002 zwar dank seines hohen Auslandsanteils trotz der Konsumflaute beim Umsatz zulegen können, sein Umsatzziel aber knapp verfehlt. Der Konzernumsatz war um 4,0 Prozent auf 51,5 (49,5) Milliarden Euro gestiegen. Die Düsseldorfer hatten noch im vergangenen Oktober für das Gesamtjahr 2002 ein Umsatzwachstum von 5,0 bis 5,5 Prozent angepeilt. Der Handelskonzern Douglas hatte 2002 den Umsatz nur durch Zukäufe steigern können.

Karstadt-Quelle - Ausblick für die nächsten Monate schwer

Auch 2003 sei keine durchgreifende Besserung in Deutschland zu erwarten, hatten Analysten erklärt. Zudem bestehe angesichts der angespannten Lage der öffentlichen Haushalte das Risiko einer Mehrwertsteuer-Erhöhung. Ein Ausblick für die nächsten Monate sei schwierig, teilte Karstadt-Quelle mit. Doch sei der Konzern gut ins neue Jahr gestartet. In den ersten beiden Wochen hätten sowohl der Stationäre Einzelhandel als auch der Versandhandel "deutliche Zuwächse" ausgewiesen.

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