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30.01.2001

19:12 Uhr

vwd WASHINGTON. Der Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in den USA wird von Volkswirten für das vierte Quartal des vergangenen Jahres abgeschwächt gesehen, ohne dass sich jüngste Rezessionsängste verstärkt hätten. So erwarten Ökonomen für das am Mittwoch zur Veröffentlichung anstehende US-BIP im Konsens ein Wachstum von annualisiert 1,9 % verglichen mit einem Anstieg um 2,2 % im Vorquartal. Zum einen habe sich die Nachfrage der privaten Haushalte deutlich abgeschwächt. Analysten der Commerzbank wie auch der Investmentbank Merrill Lynch rechnen hier mit einer Zuwachsrate von 2,5 %, verglichen mit 4,5 % im Vorquartal.

So hätten sich vor allem die im Viertquartal hohen Energiepreise ausgewirkt, wodurch die reale Einkommensentwicklung gedämpft worden sei. Bis November sei zur Ausweitung der Ausgaben noch auf Ersparnisse zurückgegriffen worden. Ein weiterer Rückgang der Sparquote sei vor dem Hintergrund der Desillusionierung über die so genannte New Economy und die damit einhergehenden hohen Kursverluste an den Börsen aber unwahrscheinlich. Nachdenklich mag auch der am Dienstag bekannt gewordene Index für das Verbrauchervertrauen stimmen, der deutlich unter den Erwartungen lag.

Zum anderen wird zur Begründung der Konjunktur-Abkühlung vor allem auch auf die Abschwächung der New Economy und auf die damit verbundene Verlangsamung der Investitionsdynamik verwiesen. Das Gros der Analysten betont, dass weniger die konjunkturelle Abkühlung an sich überraschend gewesen sei, sondern vielmehr das Ausmaß derselben, das offenkundig auch die US-Notenbank zu dem überraschenden und außerplanmäßigen Zinsschritt zu Beginn des Jahres bewogen habe. Grund zur Sorge bot hier auch der Rückgang des Einkaufsmanagerindex, der im Dezember lediglich zwei Punkte über dem Wert gelegen hatte, der nach Erfahrungswerten eine gesamtwirtschaftliche Stagnation indiziert.

Rezessionsängste scheinen aber nicht weit verbreitet, was das Schlagwort "Konjunkturdelle" illustrieren mag, das derzeit unter Ökonomen die Runde macht. So wird für das laufende Jahr ein Anstieg der Staatsnachfrage erwartet, was sich mit der weithin erwarteten Zinssenkung und den nach drei bis fünf Quartalen folgenden konjunkturellen Stimuli mittelfristig positiv im Wachstumspfad der US-Wirtschaft niederschlagen dürfte. Daneben werden Volkswirten zufolge die sich abzeichnende Steuerentlastung sowie ein erwartet günstigerer Außenbeitrag belebende Wirkung entfalten.



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