Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.01.2002

16:49 Uhr

Ausbruch aus jetziger Spanne unstrittig

Experten uneinig über Dax-Entwicklung

Keine eindeutige Meinung zur weiteren Entwicklung des Dax haben die von vwd am Dienstag befragten technischen Analysten. Die Indikatoren zeigten einfach keine eindeutige Richtung an, heißt es. Derzeit befinde sich der Index in einer Handelsspanne, aus der er in den kommenden Tagen ausbrechen dürfte. Fraglich sei nur, ob danach eine dynamische Aufwärtsbewegung oder aber deutlich tiefere Kurse zu erwarten seien, meinen die Analysten der Bayerischen Landesbank, Klaus Tafferner von Concord Effekten und Dirk von Daacke von TripleTop-Research.

vwd FRANKFURT. "Derzeit gibt es keine eindeutigen Hinweise auf die zukünftige Entwicklung des Dax", sagt Klaus Tafferner. Allerdings ergäben sich aus der aktuellen Lage zwei Varianten: Sollte der Index das Hoch bei 5.352 Zählern überwinden, dürfte die Aufwärtsbewegung weiter gehen. Dabei sei die Chance recht groß, dass sich der Dax dann schnell in Richtung des langfristigen Abwärtstrends bei derzeit 5.930 Zählern bewege, heißt es. Schaffe es der Index dagegen nicht, die Marke von 5.352 Stellen nachhaltig zu überwinden, bestehe ein Abwärtsrisiko bis in den Bereich 4.870/80 Punkte. Ein Unterschreiten dieser Unterstützung würde dann eine kräftige Abwärtsbewegung mit einer Zielzone von unter 4.500 Punkten zur Folge haben.

Grundsätzlich sprechen den weiteren Angaben zufolge einige Aspekte für das negative Szenario. Zum einen sei der Anstieg seit dem 21. Sezember praktisch ohne Umsätze zustande gekommen. Zum anderen deute auch die Volumenentwicklung im Dax-Future auf niedrigere Kurse hin. Das "On-Balance-Volume" sei dort vor einigen Tagen auf ein niedrigeres Niveau gefallen als am Crash-Tag im September. In der Vergangenheit sei der Dax-Future dieser Tendenz mit einer nicht konstanten Verzögerung immer gefolgt. Daher könnten dort in den kommenden Wochen deutliche Abgaben anstehen, sagt Tafferner.

Die technischen Analysten der Bayerischen Landesbank bewerten die aktuelle Charttechnik ebenfalls als neutral. Solange die Notierungen nicht nachhaltig aus der Range zwischen 4.874 und 5.352 Punkten ausbrächen, sei der Markt in erster Linie für flexible Trader geeignet, heißt es. Allerdings stünden die Chance gar nicht mal so schlecht, dass das Dax-Tief vom 21. Dezember der Ausgangspunkt einer Bewegung gewesen sei, die den Index klar aus seiner Trading-Range nach oben herausführe.

Grund für diese Annahme sei die Marktbreite und die Stimmungslage, so die Analysten. Denn die Advance-Decline-Linie strebe weiter klar nach oben und vom Call-Anteil bei den Aktienoptionen werde kein gefährlicher Über-Optimismus widergespiegelt. Sollte die aktuelle Konsolidierung auch weiterhin keinen eindeutigen Impuls-Charakter sondern eher die für eine harmlose Korrektur typischen Chrakteristika zeigen, blieben die "Ausbruchs-Chancen" gut, heißt es weiter.

Kritisch wird es unterhalb von 5.000 Punkten

Von zwei möglichen Varianten für den weiteren Verlauf des Dax geht auch Dirk von Daacke aus. Der Dax sei mit einem einfachen Kaufsignal aus dem Abwärtstrend ausgebrochen und zunächst an den starken Widerständen um 5.350 Punkten gescheitert. Um dort endgültig durchzubrechen wäre ein Anlauf nötig. Ein Rückschlag bis auf 5.100/5.050 Punkte dürfte jetzt also durchaus möglich sein. Wenn der Durchbruch durch die Zone um 5.350 Punkte gelinge, sei ein Anstieg bis mindestens 5.800 Zähler zu erwarten.

Kritisch werde es erst unterhalb von 5.000 Punkten, insbesondere, wenn die markante Unterstützung bei 4.940 Stellen versage, sagt von Daacke. Ein kräftiges Verkaufsignal werde bei 4.920 Zählern auf Schlusskursbasis ausgelöst und eröffne ein Abwärtspotenzial bis 4.840, im weiteren Verlauf sogar bis 4.500 Punkte.

Der Nemax-50 konsolidiere in einer Range zwischen 1.320 und 1.140 Punkten, sagt der Analyst. Das Aufwärtspotenzial sei zunächst erschöpft, ein Rückschlag bis 1.220 Zähler somit einzuplanen. Die kommende massive Unterstützung liegt den weiteren Angaben zufolge bei 1.160 Punkten. Im Dow-Jones-Index seien bei 10.200 und vor allem 10.400 bzw 10.600 Punkten massive Widerstände zu erkennen. Das Bild sehe dort auf mittelfristige Sicht noch gut aus, die genannten Marken könnten durchaus erreicht werden. Kurzfristig sei aber auch dort mit einem leichten Rückschlag zu rechnen.

Dabei lägen die Unterstützungen im Bereich von 10.000 und 9.900 Zählern. Erst wenn sich die Notierungen der Marke von 9.800 Punkten näherten, werde es kritisch. Ein Verkaufsignal dort könne zu größeren Verlusten in Richtung 9.400 bis 9.100 Zählern führen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×