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24.01.2001

19:06 Uhr

Auseinandersetzung außergerichtlich geregelt

Microsoft und Sun legen Streit um Java bei

Die beiden Rivalen Sun Microsystems und Microsoft haben einen erbittert geführten Rechtsstreit um die Nutzung von Suns Programmiersprache Java nach vier Jahren außergerichtlich beendet. Nach Angaben beider Unternehmen bezahlt Microsoft eine Lizenzgebühr von 20 Mill. $ an Sun. Dafür kann Microsoft die bereits am Markt eingeführte oder im Test befindliche Software in den nächsten sieben Jahren nutzen. Dabei handelt es sich jedoch nicht um die jüngste Version von Java, sondern um eine ältere Ausgabe (Version 1.1.4).

ruk PALO ALTO. Für die Nutzer von Java in den Microsoft-Programmen kann das bedeuten, dass bestimmte Anwendungen nicht oder nicht so effizient laufen, als sie dies mit der aktuellen Java-Version tun würden. Darüber hinaus ist es Microsoft untersagt, den Ausdruck "Java kompatibel" in seinen Produkten zu benutzen.

Sun Microsystems hatte 1997 Klage gegen Microsoft eingereicht. Der Vorwurf lautete, der Softwaregigant aus Redmond habe das damals lizenzierte Java-Programm für die Verwendung in der Kombination mit seinen Betriebssystemen oder Anwendungsprogrammen verändert.

Durch das Hinzufügen von proprietären (herstellereigenen) Programmteilen sei eine für das Betriebssystem Windows von Microsoft optimierte Version entstanden - praktisch ein "Java for Windows". Derartige Eingriffe sind nach Ansicht von Sun im Rahmen der Lizenzregeln aber nicht erlaubt. Einmal in Java geschriebene Programme sollten nämlich ohne große Veränderungen auf verschiedenen Betriebssystem-Plattformen lauffähig sein.

In den Vorverhandlungen nur Etappengewinne

In dem vor einem Bezirksgericht in San Jose vorgetragenen Fall ist es nie zu einer Verhandlung gekommen. Die von beiden Seiten wiederholt gemeldeten Siege waren jeweils nur Etappengewinne in den Vorverhandlungen. Obwohl die anstehende Java-Klage immer im Schatten des in der US-Bundeshauptstadt Washington geführten Kartellverfahrens stand, hatte der Fall doch einen Einfluss auf den von Richter Jackson geführten Fall, der die Klage von San Jose in seiner Erläuterungen erwähnte.

Nach Angaben von Sun wurde die vor sechs Jahren entwickelte Java-Technik bisher von 200 Firmen lizenziert und ist bei etwa 2,5 Millionen Entwicklern in Benutzung. Die jüngste Version der Java-Technik heißt "Java 2 Enterprise Edition" oder kurz "J2EE". Microsoft ist gerade dabei, als Konkurrenzprodukt die Java-ähnliche Programmiersprache "C#" (sprich "C sharp" - auf Deutsch "cis") zu entwickeln. Sie soll anstelle von Java in der geplanten "Dot.Net"-Programmumgebung von Microsoft den Entwicklern das geeignete Werkzeug bieten.

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