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25.05.2000

15:18 Uhr

lip HAMBURG. Die Standard Computersysteme AG (SCS), Hamburg, will voraussichtlich im 2. Halbjahr diesen Jahres den Gang an den Neuen Markt antreten. Der Anbieter von Software für stationäre Altenpflege-Einrichtungen und Kliniken hatte ursprünglich erst 2002 eine Aktienplatzierung angepeilt. "Es werden bereits Verhandlungen mit den Banken über das Going-Public geführt", betonte der SCS-Vorstandsvorsitzende Axel Hölzer. Die Kreditinstitute wurden nicht genannt.

Mit der bevorstehenden Eintragung ins Handelsregister werde die Software-Schmiede von der börsennotierten Marseille-Kliniken AG abgespalten. SCS werde mit einem Kapital von 6,2 Mill. DM ausgestattet. Daran besitzt Ulrich Marseille, stellvertretender Aufsichtsratschef der Marseille-Kliniken AG, einen Anteil von 75 %. "Jeder Aktionär der Marseille-Kliniken AG erhält mit der erfolgten Abspaltung zehn SCS-Aktien", so Hölzer. Der Streubesitz der Gesellschaft belaufe sich dann auf 25 %.

Bis zum geplanten Börsengang sollen weitere Kapitalerhöhungen erfolgen. Daran werde sich nach Angaben von Hölzer die Familie Marseille nicht beteiligen. Ihre Anteile an der SCS werden voraussichtlich unter 50 % sinken. Dem Vernehmen nach soll damit die Unabhängigkeit des Börsenaspiraten von der Muttergesellschaft und ihrem ehemaligen Vorstandschef Ulrich Marseille dokumentiert werden, der häufig wegen seiner Managementauffassung für Schlagzeilen sorgte.

Die SCS-Vorstandsvorsitzende hat ehrgeizige Wachstumspläne. So soll im laufenden Geschäftsjahr 1999/2000 (30. Juni) bei einem Umsatz von 6,5 Mill. DM ein "ausgeglichenes Ergebnis" erwirschaftet werden. Für 200o/2001 ist bei einem Umsatz von 15 Mill. DM ein Jahresüberschuss von 4 Mill. DM geplant. Im Geschäftsjahr 2001/2002 werde bei einem Umsatz von 25 Mill. DM ein Ergebnis von 7,7 Mill. DM angestrebt. Die Gesellschaft könne relativ schnell in die Gewinnzone vorstoßen, hieß es, da die Marseille-Kliniken AG in den vergangenen Jahren bereits 30 Mill. DM in die Entwicklung der Software investiert habe.

Der Emissionserlös aus dem SCS-Börsengang, der sich im zweistelligen DM-Millionenbereich bewegen dürfte, soll in weitere Software-Entwicklungen sowie den Ausbau des Vertriebs fließen. So wolle man auf der Basis SAP/R3 die bereits entwickelte Software unter anderem auf ambulante Pflege, Kindergärten oder andere Sozialhilfeeinrichtungen übertragen. "Unsere Software ist ein ganzheitliches Managementinformationssystem. Sie erfaßt alle Betriebsabläufe - von der Dokumentation über die betriebswirschaftliche Kalkulation bis hin zur Personalbewirtschaftung", sagt Hölzer. Als ernsthafte Konkurrenten gebe es nur etwa drei Anbieter. SCS will nach der bundesweiten Expansion auch international wachsen.

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