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26.02.2004

16:08 Uhr

Auslagerung der Informationstechnik

Kosten sind das Maß des IT-Outsourcing

VonHadi Stiel

Auslagerung soll die Informationstechnik der Unternehmen optimieren und ihnen erhebliche Einsparungen einbringen - so die Versprechen der IT-Outsourcer.

Kostendämpfung hat bei Unternehmen unter den widrigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen einen besonders hohen Rang. Sie ist in der Regel über den externen IT-Dienst aber nur erreichbar, wenn ihnen der IT-Outsourcer mit den Gebühren auf halbem Weg entgegenkommt.

Verbrauchsorientierte Gebühren für solche Dienstleistungen sind gut. IBM Global Services verkauft sie unter dem Motto "Business-on-Demand". Auch andere Outsourcer wie EDS, Hewlett-Packard, Siemens Business Services und Steria offerieren solche Gebühren. Damit müssen ihre Kunden nur für das zahlen, was sie tatsächlich an IT-Services verbrauchen. Als Bemessungsgrundlage dafür kann, wie bei EDS und Steria, die Zahl der geschäftlichen Transaktionen, PC-Arbeitsplätze, Server, Druckseiten und Anrufe bei der Benutzerunterstützung dienen, bis hin zum Verbrauch von Prozessor- und Speicherkapazitäten.

Allerdings haben einige Anbieter wie HP, trotz verbrauchsorientierter Gebührenofferte, einen fixen Kostenblock eingezogen. Markus Feidicker, Business Manager HP Managed Services in München: "Wir nennen einen fixen Gebührensockel für eine mit dem Kunden zu vereinbarende Mindestabnahmemenge." Erst darüber wird verbrauchsorientiert abgerechnet. Nur in Einzelfällen, so der HP-Manager, würde man den fixen Kostenblock preisgeben.

Dabei sollten durchgehend verbrauchsorientierte Gebühren für die Kunden, die wie die IT-Outsourcer unter widrigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Kostenstress sind, selbstverständlich sein. Denn wieso sollte König Kunde mehr für IT-Dienstleistungen zahlen, als er tatsächlich in Anspruch nimmt.

Ergebnisorientierte Gebühren

Einen wirklichen Outsourcing-Profit bringen den Unternehmen deshalb erst ergebnisorientierte Gebühren, die an die Erfüllung bestimmter Vorgaben geknüpft sind. Wird das Ziel nicht erreicht, erhält der Kunde einen Gebührenabschlag oder der IT-Outsourcer trägt die Differenz. Ergebnisorientierte Gebühren sind damit für die Kunden auch eine Art Rückversicherung, dass der IT-Dienstleister aus eigenem Geschäftsinteresse alles dafür tut, um das gesteckte Ziel zu erreichen.

Wenig Bereitschaft zur Kostenrisikoteilung zeigen IBM Global Services und HP. Gerald Münzl, Leiter Marketing Strategic Outsourcing Central Region bei IBM Global Services in Stuttgart, erachtet "verbrauchsorientierte Gebühren ähnlich einer Stromabrechnung" als mehr oder weniger ausreichend. HP räumt, wenig risikobereit, nach Feidicker ergebnisorientierte Abrechnungen nur in Ausnahmefällen ein, weil "die Geschäftsentwicklung der Kunden schlecht zu überblicken und zu messen" sei.

Dass es auch anders geht, stellen EDS, Siemens Business Services und Steria unter Beweis. EDS eröffnet ergebnisorientierte Gebühren, die sich auf vertraglich vereinbarte Größen wie Kosten pro PC-Arbeitsplatz, für die Benutzerunterstützung pro PC-Arbeitsplatz und pro Netzanschluss sowie Umsatz- oder Gewinnzuwachs beziehen können. "Wird der vereinbarte Wert nicht erreicht, reduziert sich entsprechend für unsere Kunden die Gebühr", unterstreicht Walter Gora, Vice President Global Industry Practice Government bei EDS. Christian Oecking, Leiter Global Outsourcing bei Siemens Business Services in München, verweist auf variable IT-Dienstleistungsgebühren, die sich auf die Umsatz- oder Gewinnentwicklung des Unternehmens beziehen. Steria trägt bei dieser ergebnisorientierten Abrechnung die Differenz, wenn der vertraglich garantierte Kostenwert überschritten wird.

Quelle: VDI nachrichten Nr. 41 vom 10.10.2003, Seite 39

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