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19.06.2000

20:54 Uhr

Auslagerung

Lycos steigt aus dem Suchmaschinen-Geschäft aus

Die Internetfirma will ihre Suchmaschine künftig nicht mehr selbst speisen. Diese Aufgabe wird ausgegliedert.

vwd BOSTON. Lycos Inc will aus dem Suchmaschinen-Geschäft aussteigen. "Wir werden das Spidering und die Katalogisierung für die große Suchmaschine auslagern", erklärte Lincoln Jackson, der zuständige Produktmanager, im Gespräch mit digitalMASS, dem Online-Dienst der Tageszeitung "The Boston Globe". "Spider", "Crawler" oder "Bot" heißt ein Programm, das Internet-Seiten besucht und die dortigen Informationen liest, um Einträge für den Index einer Suchmaschine zu erzeugen. Lycos ist nach einem solchen "Spider"-Programm benannt, das an der Carnegie Mellon University in Pittsburgh entwickelt wurde.

"Angesichts der Zahl der Leute, die dafür benötigt werden, können wir aus dem Spidering des gesamten Internets kein Geschäft machen", führte Jackson weiter aus. Das norwegische Unternehmen Fast Search and Transfer ASA soll diese Aufgaben künftig übernehmen. Dessen Computer stehen dem Bericht zufolge im selben Rechenzentrum in Waltham wie die von Lycos Inc. Wie Inktomi Corp, Foster City, stellt das Unternehmen den Betreibern von Internet-Portalen die für Suchangebote erforderliche Technologie zur Verfügung. Im vergangenen Jahr hatte Lycos zusammen mit der Dell Computer Corp 47 Mill. $ in das norwegische Start-up-Unternehmen investiert. Bis zum kommenden Jahr wollen die Norweger eine Milliarde Internet-Seiten katalogisiert haben.

Von der am Neuen Markt der Frankfurter Wertpapierbörse gelisteten Tochtergesellschaft Lycos Europe NV war am Montagnachmittag kein Statement zu dem Bericht zu erhalten.

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